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Geschichten über Bilder, die irgendwann irgendwo s o n s t entstanden sind.

Christina Hanck

Christina Hanck

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„Fass mal lieber nicht an das Metallgeländer“ meinte A. beim Blick in den dunkler werdenden Himmel, als wir am frühen Abend auf dem Rückweg zu unserem Auto waren, das auf dem Parkplatz an der Seepromenade von Stresa am Lago Maggiore stand. Wir hatten einen Bootsausflug auf die Borromäischen Inseln gemacht. Zwischendurch war es etwas regnerisch, aber die Stimmung im Park der Isola Bella wurde durch den Regen eher schöner. Nur noch ein paar Fotos von der aufziehenden Gewitterstimmung machen, dachte ich, als ich den kleinen Ausguck mit dem Metallgeländer direkt am Seeufer betrat. In der Mitte stand dort ein Fahnenmast mit der italienischen Fahne und meine Aufmerksamkeit wurde noch für einen Moment von der Gedenktafel darunter gefesselt, auf der einem arabischen Scheich gedankt wurde. Bevor ich meinen Gedanken zu Ende bringen konnte, was der Scheich mit der italienischen Flagge zu tun hat, schlug ca. 85 m neben mir ein Blitz ein. Direkt in eine der Palmen, die am Ufer des Sees standen. Der Knall war ohrenbetäubend. Mein Schreck riesengroß, da ich selbst den Blitz gesehen hatte, wie er in den Baum fuhr. Die Promenade war noch belebt zu diesem Zeitpunkt. Aber es war anscheinend nichts passiert. Wir Besucher hatten alle Glück gehabt und waren mit dem Schrecken davon gekommen. Ich wollte mir hinterher nicht vorstellen, was da alles hätte passieren können, wenn ich mich vielleicht doch einen Moment lang auf das Geländer aufgestützt hätte um auf das Wasser zu schauen. Oder der Blitz in den Fahnenmast eingeschlagen wäre, der noch ein bißchen höher war als die Palme. Dieser eigentlich normale 31. Juli erhielt plötzlich eine ganz besondere Bedeutung für mich.

 

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Blick zur Isola Bella mit der weltberühmten Gartenanlage.

 

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Regen im Park auf der Isola Bella.

 

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Gewitterstimmung über dem Lago Maggiore.

 

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Vom Blitz getroffene Palme an der Promende von Stresa am Lago Maggiore.

 

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Einsatz der Feuerwehr an der Promende.

 

 

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Der Titel des wohl größten Ölgemäldes der Welt scheint etwas sperrig zu sein. In einigen Geschichtsbüchern wird diese Begrifflichkeit in Anführungszeichen gesetzt und nur als historische Lesart der Geschichtsauffassung der marxistischen Theorie in der DDR verstanden. Oft wird der Begriff gleichgesetzt mit der Reformation. Wenn man sich nach Bad Frankenhausen begibt, auf den dortigen Schlachtberg fährt, immer der Ausschilderung des Panorama-Museums folgend, gelangt man schließlich auf den Parkplatz schon in Sichtweite eines monumentalen Bauwerks. Auch wieder muss ein Begriff erwähnt werden, den ich dieses Mal in Anführungszeichen setze. „Elefantenklo“ sagt der (ost)deutsche Volksmund zur äußeren Hülle des Museums, das als ein Denkmal an den Bauernaufstand und seine Niederlage im Mai 1525 erinnern soll. Im Foyer angekommen, fühlen wir uns eher an den Charme eines Interhotels der 1980er Jahre erinnert. Jedoch werden alle Widersprüche und Zweifel vergessen sein, wenn man das Innere erreicht hat. Es ist ruhig, trotz der Besucher. In der Mitte des Raumes ist es dunkel. Nur das Panorambild ist angeleuchtet und auf mehr als 100 Metern Länge öffnet sich der Rundblick auf die Zeit um 1500. Auf Tausende gemalter Figuren, die versuchen ihr Leben am Ausgang des Mittelalters zu meistern, schauen wir. Der Maler des Bildes ist Prof. Werner Tübke. Mehr als 12 Jahre benötigte er für die Umsetzung der Bildidee vom Studium der historischen Quellen, über das Malen des 1:10 Entwurfes, der Übertragung auf die Leinwand im runden Saal und des anschließenden farbigen Umsetzens. Bei dieser Übertragung hatte er zwar Helfer. Trotzdem hat er in einer Sisyphusarbeit mehr als die Hälfte des monumentalen Bildes allein gemalt. Die Eröffnung des Museums im September 1989 hat der Auftraggeber, die Staatsführung der DDR, noch erlebt. Den Rang eines einzigartigen Museums, auch gegen viele Vorurteile ankämpfend, musste sich das Museum nach der Wende im geeinten Deutschland erst erkämpfen. Es gab auch Pläne es abzureißen oder eine Großdisko dort einzurichten. Hervorhebenswert ist die persönliche Führung, die entlang der gemalten Jahreszeiten  wichtige Ereignisse aus der Geschichte und der Bibel erläutert. Ein moderater Eintrittspreis, umfangreiche Wechselausstellungen und ein gutes Museumscafé mit schöner Aussicht laden auch noch zu einem weiteren Besuch ein.

 

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 Foto: Andreas Bauer

 

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Foto: Andreas Bauer

 

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Foto: Christina Hanck

 

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Foto: Christina Hanck

 

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Ein Tourist, der den weltberühmten Park Sanssouci das erste Mal besucht, wird sich nicht wundern, wenn er kurz vor der Großen Fontäne unterhalb des Weinbergs mit dem Schloss Sanssouci, diesen Herrn auf seinem hohen Sockel erblickt. Der Fotoapparat oder das Handy werden gezückt und schon wird er fotografiert mit dem Schloss im Hintergrund. Für einen Potsdamer, der nach Monaten der Abwesenheit, das erste Mal wieder durch den Park spaziert, wird es im ersten Moment überraschend sein. Wer steht da und lenkt ab vom gewohnten herrlichen Blick auf den Weinberg und das Schloss? Es ist eine Büste, die den Herzog von Bracciano zeigt. Friedrich der Große höchst persönlich ließ die Skulptur ankaufen und genau an diesem Punkt vor über 250 Jahren aufstellen. Friedrich II. tat wenig ohne Grund, wenn es um die Gestaltung seiner Parkanlagen ging. Und auch dieser Herr steht sicherlich symbolhaft an der richtigen Stelle, so wie Friedrich es bestimmt hat. Der Herzog von Bracciano lebte im 17. Jahrhundert in Italien und galt als bedeutender Kenner der Künste und Musik. Die Kustodin für Skulpuren der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Saskia Hüneke, vermutet sogar, dass die Büste in der Bernini-Werkstatt geschaffen wurde. Denn die Bearbeitung des harten roten Gesteins erfordert spezielle Fähigkeiten. Gearbeitet ist das Porträt aus rotem Porphyr. Nun müssen wir uns anfreunden mit dem neuen Blick auf „unser“ Schloss. Ich finde das Porträt des Herzogs mit seinem gezwirbelten Bart macht es uns nicht allzu schwer.

 

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Viele Jahre habe ich gebraucht, um endlich einmal nach Kroatien fahren zu wollen. Die Vergangenheit des Bürgerkrieges zwischen Kroatien, Bosnien und Serbien, das damit verbundene Grauen und die Verbrechen an der Bevölkerung, machten es schwer, unbefangen nach Kroatien zu reisen. Natürlich ist der Bürgerkrieg über 20 Jahre her. Aber ich erinnere mich noch sehr deutlich an das Gefühl der Ohnmacht, das man bei den Bildern und Berichten während der Nachrichten (und darüber hinaus) hatte. Mitten in Europa passierten diese schrecklichen Verbrechen! In meinen Augen war der Krieg durch nichts legitimiert. Auch nicht durch die politische Entwicklung nach dem Auseinanderbrechen des jugoslawischen Staates und seiner föderativen Teilrepubliken. Doch in diesem Jahr stand der Plan fest: ein paar Tage durch Kroatien zu reisen. Die Eckpunkte sollten Split, Dubrovnik, die Kornati Inseln und der Nationalpark Plitvicer Seen sein.

Die Schönheit dieser Teile des Landes, die wir dann im April bereisten, war überwältigend. Besonders beeindruckend jedoch war der Tag, den wir trotz Regen im Nationalpark Plitvicer Seen verbrachten. Wenn es Bilder für ein Paradies auf Erden geben sollte, dann würde man diese dort finden. Entlang der Seen und Wasserfälle schlängeln sich die schmalen Holzplanken und Stege. Unablässig rauscht und plätschert das Wasser. Die ganze Farbpalette scheint sich im Spektrum zwischen Türkis und Grün zu bewegen. Andere Farben kommen nicht vor. Dafür sind die Formen und Strukturen der Bäume und Blätter umso vielfältiger. Ach was, das Ganze ist ein Beispiel für die Vollkommenheit der Natur. Selbst wenn mit uns einige unverdrossene Touristen durch diese Landschaft laufen, so fühlen wir uns doch sehr für uns und mit der Natur verbunden. Der Regen stört uns nicht, aber wir müssen auf unsere Kameras aufpassen. Ohne zu fotografieren würde es dann doch nicht gehen.

1949 wurde der Nationalpark im hügeligen Karstgebiet Mittelkroatiens gegründet. 1979 wurden die Plitvicer Seen dann als eines der ersten Naturdenkmäler in das UNESCO-Weltnaturerbe aufgenommen. Im Laufe der Zeit verändern sich die Seen und Wasserfälle, da sich Mineralien und Pflanzen auf den im Wasser liegenden Kalksteinen ablagern. Aus diesem Kalktuff bildet sich dann langsam Travertin. So entstehen für das Wasser erste Hindernisse und Barrieren und es sucht sich einen anderen Weg durch die Karstlandschaft. Das Türkis des Wassers wird durch das Kalkgestein am Grund der Seen hervorgerufen.

 

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