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Geschichten über Bilder, die irgendwann irgendwo s o n s t entstanden sind.

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Endlich war es soweit und ich habe mir die drei aktuellen Ausstellungen im Museum Barberini angesehen. Es war Montag und es gab keine Besucherschlangen. Die Sonne schien. Die impressionistischen Gemälde wirkten durch die tolle Beleuchtung wie frisch gemalt. Es war ein wunderbares Erlebnis, an einem Wintertag die äußerst farbenfrohen und beeindruckenden französischen Impressionisten zu sehen. Ein Saal hatte es mir besonders angetan. In diesem Raum waren Bilder ausgestellt, die vorwiegend Landschaften am Wasser darstellten. Diese Bilder waren so leicht und schön. Ich war erstaunt, wie sehr alle Gemälde auch auf den satt farbig gestrichenen Wänden wirkten. Die Zusammenstellung der Impressionisten war sehr überzeugend. Aber es gab auch schon die ersten Gemälde der Moderne zu sehen, wie die Bilder von Edvard Munch. Ein Highlight waren auch die beiden Säle in denen DDR-Kunst ausgestellt wurde. Ein interessantes Wechselspiel bestand zwischen den Bildern des jungen Willi Sitte und des Staatskünstlers Willi Sitte. Ein Höhepunkt bildete der Raum mit Landschaftsbildern von Wolfgang Mattheuer. In diesem Raum befand sich auch das einzige Fenster ohne Lichtschutz, so dass man direkt nach draußen auf die „echte“ Landschaft entlang der Havel sehen konnte und vor allem auch einen Blick in den Innenhof des Museums Barberini hatte, in dem sich die beeindruckende Skulptur von Wolfgang Mattheuer befindet, der „Jahrhundertschritt“.

 

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Bauhaus-Feste haben eine lange, aber auch lang unterbrochene Tradition. Bereits in den 1920er Jahren erlebte man in Dessau die Bauhaus-Studenten und Bauhaus-Meister, die mit Musik, Tanz, Film, Masken, Kostümen und Fotografie ihre Feste inszenierten. Seit 1997 gibt es neue Bauhaus-Feste in Dessau. Das Thema in diesem Jahr war „Kollektives Blau“. Zufällig hatten wir davon erfahren. (Förderale Strukturen haben oft den Nachteil, dass Vieles was außerhalb der Grenzen des eigenen Bundeslandes in den Bereichen Kunst und Kultur geschieht, selten auch bekannt wird.) Aber dieses Mal hatten wir Glück: Dessau ist nicht weit weg von Potsdam und lockt nicht nur mit dem Bauhaus. Auch mit den unvergleichlich schönen Gartenanlagen in und um Dessau. Und so stand das Ziel für einen Wochenendausflug fest.

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Der Freitagabend, der erste Abend des Bauhaus-Festes, ist der ruhigere Abend. Ganz in Ruhe kann man durch das Bauhaus schlendern, sich in einer Art Preview die Licht-, Musik- und Videoinstallationen ansehen. Neben der Farbe Blau war es die Musik „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgski, die die temporären Kunstwerke auf mehreren Ebenen begleitete. Mal wurde es als Jazz-Variation eingespielt oder in der Synthesizer-Bearbeitung von Isao Tomita. Im Theatersaal stellte der Künstler Wolfgang Rätz dazu eine verkleinerte Bildkomposition von Wassily Kandinsky vor, die Kandinsky 1928 in Dessau zu Mussorgskis Musik uraufführte.

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Herrlich war es, das Bauhaus so lebendig zu erleben, nicht mehr museal, sondern in Aktion. Es gab eine schräge Bauhaus-Kapelle mit selbst gebauten verrückten Instrumenten. Dazu wurde modern getanzt, in Kostümen, die (vielleicht) an Oskar Schlemmers Triadisches Ballett erinnerten. Eine Entdeckung für mich war der Einblick in die Geschichte und die Arbeit des slowakischen „Bauhauses“ (1928-1939) durch eine kleine Gastausstellung aus Bratislava. Der Höhepunkt und Abschluss des Abends waren natürlich die Licht-Video-Projektionen, die sich über Teile der Fassade des Bauhauses zogen und uns in den Bann zogen.

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Alle Fotos (außer das zweite Bild von oben): Andreas Bauer.

 

 

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Am Freitag, den 10. April, war die Eröffnung der Ausstellung VERGESSEN – Fotografien von Joachim Liebe. Mit seinen drei Bilderserien über den Abzug der ehemaligen Sowjetarmee, die heute noch zu findenden Spuren der Kasernen und Truppenübungsplätze und die Gräber der hier verstorbenen Angehörigen der Armee, beendet Joachim Liebe sein fotografisches Langzeitprojekt. Die Ausstellung findet im Kunstraum des Waschhauses, in der Potsdamer Schiffbauergasse, statt. Am Samstag, den 18. April, bin ich von 12 bis 18 Uhr als Aufsicht in der Ausstellung im Kunstraum tätig. Der Künstler selbst wird zwar nicht anwesend sein. Aber wer möchte, kann sich die Fotografien ansehen und auch mit mir an dem Samstagnachmittag über die Bilder sprechen.

 

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Musikalische Begleitung während der Ausstellungseröffnung mit den Musikerinnen von Muzet Royal.

 

 

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Im letzten Jahr habe ich schon einmal von Sachsen und Preußen erzählt, als ich Bilder vom Schloss Hubertusburg an dieser Stelle gepostet habe. In diesem Jahr geht es nun weiter mit der preußisch-sächsischen Geschichte. Anlass ist die erste Brandenburgische Landessausstellung im Schloss Doberlug, die sich mit den Auswirkungen des Wiener Kongresses (1814-1815) beschäftigt. Da Sachsen auf der „Verliererseite“, nämlich Napoleons Seite stand, verlor Sachsen viele Gebiete an Preußen und aus war es dann mit dem sächsischen Glanz in den ehemaligen nördlichen Landesteilen, die seit dem das südliche Brandenburg bildeten. Als jetzt im Juni die Ausstellung eröffnet wurde, gab es ein pompöses Eröffnungsfest mit Sekt, Musik und Schauspiel. Das Cottbusser Staatstheater hatte an mehreren Plätzen auf dem ausgedehnten Schloss- und Kirchenareal kleine Bühnen aufgebaut und spielte Szenen aus verschiedenen Theaterstücken, die diesen besonderen preußisch-sächsischen Teil der Geschichte zum Thema hatten. Und auch die beiden Ministerpräsidenten von Brandenburg und Sachsen, Dietmar Woidke und Stanislaw Tillich, beide in der Nieder- und Oberlausitz geboren, machten mit ihren etwas ironischen Eröffnungsreden mit, beim preußisch-sächsischen „Theater“. Auch wenn der verbale Schlagabtausch der Politiker eher erfolgreiche und nicht erfolgreiche Flughäfen der heutigen Zeit betraf. Und es geht weiter im preußisch-sächsischen Kultursommer. Ich bin ins Kabarett eingeladen: Eine Preußin ein Wort, ein Sachse ein Wörterbuch.

 

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Renaissanceschloss Doberlug, gebaut im 17. Jahrhundert für die sächsischen Kurfürsten als Jagdresidenz.

 

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Obwohl es ein Zusammentreffen zwischen dem preußischen König Friedrich II. und dem sächsischen Kurfürsten August den Starken in dieser Konstellation nie gegeben hat, war es trotzdem ein amüsanter Dialog der beiden, dem man beim Eröffnungsfest lauschen konnte.

 

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Vorbereitung einer Szene aus: „Der Kongress tanzt“ (nach dem alten UFA-Film aus dem Jahr 1931).

 

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Szene aus der Novelle: „Michael Kohlhaas“, von Heinrich von Kleist, in der es u.a. um die unberechtigte Forderung nach einem Passierschein geht, um die Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen überschreiten zu können.

 

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Szene zwischen einem preußischen Offizier und der sog. Schwarzen Witwe, aus Heiner Müllers Theatertext: „Leben Gundlings Friedrich von Preußen Lessings Schlaf Traum Schrei“.

 

 

 

 

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