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Geschichten über Bilder, die irgendwann irgendwo s o n s t entstanden sind.

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Seit Anfang April gibt es eine Ausstellung mit Fotos von mir im Berufsbildungswerk im Oberlinhaus in Babelsberg. Die Bilder werden noch bis zum 31. Juli zu sehen sein. Zur Eröffnung der Ausstellung gab es eine sehr schöne Rede meines Kollegen Carsten Donath, die mich und die Fotos vorstellte. Hier ein kleiner Auszug: „Überall in der Natur, im täglichen Leben kommt Dualität als eine treibende Kraft  vor. Sie verbindet zwei gegensätzliche Pole zu etwas Neuem. Ohne diese ständige Wechselwirkung würden wir im Leben nicht weiterkommen. Weiblich – männlich, hell – dunkel, bewusst – unbewusst, Kraft – Schwäche, stark – zerbrechlich, Glück – Trauer. Dementsprechend zeigen die Bilder die bewusste und unbewusste Schönheit, Liebe, Zärtlichkeit und Kampf, Schwarz und Weiss.“

Oft sind es die unauffälligeren Dinge des Lebens, die mich zum Fotografieren auffordern. Ich arbeite beruflich viel mit Bildern, indem ich sie bei der Gestaltung von Broschüren oder Flyern verwende. Ich nutze jeden Tag Bilder und kann mich nicht daran satt sehen. Und doch ist das Fotografieren nach wie vor ein guter Ausgleich zur täglichen Computerarbeit. Die in der Ausstellung präsentierten Bilder sind in den letzten Jahren entstanden. Nicht alle paarweise zusammengestellten Fotos sind auch wirklich in diesem Kontext fotografiert worden. Oft erinnere ich mich wieder an ein bereits aufgenommenes Bild, wenn ich ein neues Foto mache. Dann stelle ich diese beiden Bilder zusammen und lasse sie miteinander „sprechen“. Architektur, kleine Details, Landschaften, Stillleben oder Strukturen sind Themen, die ich gern fotografiere. Meine Sichtweise ist eher von zurückhaltender Beobachtung gekennzeichnet. Im paarweisen Zusammenspiel von zwei Bildern entsteht ein Wechselspiel für den Betrachter. Es können sich Fragen ergeben nach dem Warum. Unwillkürlich sucht der Betrachter Gemeinsamkeiten oder Unterschiede.

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Links: Ordnung!
Rechts: Chaos?

 

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Links: Wasserturm in Eberswalde, 1917/1918 von Paul Mebes erbaut, versorgte das Messingwerk mit Trink- und Betriebswasser.
Rechts: Bismarckturm in Burg im Spreewald, 1915 bis 1917 von Bruno Möhring erbaut.

 

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Links: Am Günzer See bei Altenpleen im Landkreis Vorpommern-Rügen.
Rechts: Ruinen in Belchite in der Provinz Saragossa, Spanien.

 

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Links: Teile des Gastronomiegeschirrs »Rationell«, oft als Mitropatasse bezeichnet. 1969/70 in der DDR von Margarete Jahny und Erich Müller entworfen.
Rechts: Cappuccino im Café Sénéquier, 1887 in Saint-Tropez (Frankreich) geründet.

 

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Links: Am Bodensee, Sommermorgen.
Rechts: Am Bodensee. Licht fällt durch eine gefräste Stahlplatte, die am Ufer steht.

 

 

 

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Endlich war es soweit und ich habe mir die drei aktuellen Ausstellungen im Museum Barberini angesehen. Es war Montag und es gab keine Besucherschlangen. Die Sonne schien. Die impressionistischen Gemälde wirkten durch die tolle Beleuchtung wie frisch gemalt. Es war ein wunderbares Erlebnis, an einem Wintertag die äußerst farbenfrohen und beeindruckenden französischen Impressionisten zu sehen. Ein Saal hatte es mir besonders angetan. In diesem Raum waren Bilder ausgestellt, die vorwiegend Landschaften am Wasser darstellten. Diese Bilder waren so leicht und schön. Ich war erstaunt, wie sehr alle Gemälde auch auf den satt farbig gestrichenen Wänden wirkten. Die Zusammenstellung der Impressionisten war sehr überzeugend. Aber es gab auch schon die ersten Gemälde der Moderne zu sehen, wie die Bilder von Edvard Munch. Ein Highlight waren auch die beiden Säle in denen DDR-Kunst ausgestellt wurde. Ein interessantes Wechselspiel bestand zwischen den Bildern des jungen Willi Sitte und des Staatskünstlers Willi Sitte. Ein Höhepunkt bildete der Raum mit Landschaftsbildern von Wolfgang Mattheuer. In diesem Raum befand sich auch das einzige Fenster ohne Lichtschutz, so dass man direkt nach draußen auf die „echte“ Landschaft entlang der Havel sehen konnte und vor allem auch einen Blick in den Innenhof des Museums Barberini hatte, in dem sich die beeindruckende Skulptur von Wolfgang Mattheuer befindet, der „Jahrhundertschritt“.

 

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Bauhaus-Feste haben eine lange, aber auch lang unterbrochene Tradition. Bereits in den 1920er Jahren erlebte man in Dessau die Bauhaus-Studenten und Bauhaus-Meister, die mit Musik, Tanz, Film, Masken, Kostümen und Fotografie ihre Feste inszenierten. Seit 1997 gibt es neue Bauhaus-Feste in Dessau. Das Thema in diesem Jahr war „Kollektives Blau“. Zufällig hatten wir davon erfahren. (Förderale Strukturen haben oft den Nachteil, dass Vieles was außerhalb der Grenzen des eigenen Bundeslandes in den Bereichen Kunst und Kultur geschieht, selten auch bekannt wird.) Aber dieses Mal hatten wir Glück: Dessau ist nicht weit weg von Potsdam und lockt nicht nur mit dem Bauhaus. Auch mit den unvergleichlich schönen Gartenanlagen in und um Dessau. Und so stand das Ziel für einen Wochenendausflug fest.

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Der Freitagabend, der erste Abend des Bauhaus-Festes, ist der ruhigere Abend. Ganz in Ruhe kann man durch das Bauhaus schlendern, sich in einer Art Preview die Licht-, Musik- und Videoinstallationen ansehen. Neben der Farbe Blau war es die Musik „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgski, die die temporären Kunstwerke auf mehreren Ebenen begleitete. Mal wurde es als Jazz-Variation eingespielt oder in der Synthesizer-Bearbeitung von Isao Tomita. Im Theatersaal stellte der Künstler Wolfgang Rätz dazu eine verkleinerte Bildkomposition von Wassily Kandinsky vor, die Kandinsky 1928 in Dessau zu Mussorgskis Musik uraufführte.

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Herrlich war es, das Bauhaus so lebendig zu erleben, nicht mehr museal, sondern in Aktion. Es gab eine schräge Bauhaus-Kapelle mit selbst gebauten verrückten Instrumenten. Dazu wurde modern getanzt, in Kostümen, die (vielleicht) an Oskar Schlemmers Triadisches Ballett erinnerten. Eine Entdeckung für mich war der Einblick in die Geschichte und die Arbeit des slowakischen „Bauhauses“ (1928-1939) durch eine kleine Gastausstellung aus Bratislava. Der Höhepunkt und Abschluss des Abends waren natürlich die Licht-Video-Projektionen, die sich über Teile der Fassade des Bauhauses zogen und uns in den Bann zogen.

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Alle Fotos (außer das zweite Bild von oben): Andreas Bauer.

 

 

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Am Freitag, den 10. April, war die Eröffnung der Ausstellung VERGESSEN – Fotografien von Joachim Liebe. Mit seinen drei Bilderserien über den Abzug der ehemaligen Sowjetarmee, die heute noch zu findenden Spuren der Kasernen und Truppenübungsplätze und die Gräber der hier verstorbenen Angehörigen der Armee, beendet Joachim Liebe sein fotografisches Langzeitprojekt. Die Ausstellung findet im Kunstraum des Waschhauses, in der Potsdamer Schiffbauergasse, statt. Am Samstag, den 18. April, bin ich von 12 bis 18 Uhr als Aufsicht in der Ausstellung im Kunstraum tätig. Der Künstler selbst wird zwar nicht anwesend sein. Aber wer möchte, kann sich die Fotografien ansehen und auch mit mir an dem Samstagnachmittag über die Bilder sprechen.

 

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Musikalische Begleitung während der Ausstellungseröffnung mit den Musikerinnen von Muzet Royal.

 

 

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