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Geschichten über Bilder, die irgendwann irgendwo s o n s t entstanden sind.

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Das war nur ein Moment, nur ein Hauch von Glück, nur ein Augenblick, dass ich in Deine Augen sah, so nah. – Mit diesen Worten wurde Manfred Krug angekündigt, von einem der Redner, die anlässlich der Filmpreisverleihung der Paula den famosen Sänger, Schauspieler und auch Schriftsteller ehren wollten. „Stimmt nicht“ – rief Manfred Krug dazwischen und brachte damit den Redeschwung aus dem geplanten Rhythmus. „Es heißt nicht Hauch von Glück, sondern Augenblick.“ – „Nein, nein. Es heißt Hauch von Glück, Herr Krug. Ich hab das Lied doch gestern noch gehört. Jetzt ist mein ganzer Übergang weg.“ Als ich heute dieses Lied nachhörte, stellte ich fest, dass sie beide Recht hatten. Der Hauch und der Augenblick überlagern sich, die Sätze wurden so gemischt, dass es sich anhört, als würden zwei Personen singen. Aber egal. Es gab so viel zu sehen und zu hören an diesem Vormittag im Ludwig-Erhard-Haus der IHK Berlin, von Manfred Krug, mit Manfred Krug, über Manfred Krug, dass ich zum Schluss ganz gerührt war von allem. Das Schönste war aber natürlich, als Manfred Krug sich für all die ehrenden Worte bedankte, in dem er mit Uschi Brüning auf die kleine Bühne ging, die Band dort bereits bereit war, und mit der tollen Jazzsängerin zwei Lieder sang, die er vorher noch als Abschiedslieder bezeichnet hat. „Mach´s gut, ich muß gehn (Baby, It's Cold Outside)“ und „Ade“. Hoffentlich wird das mit dem Abschied noch eine ganze Weile hinausgeschoben. Das mit dem Abschied von der Bühne und überhaupt...

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Manfred Krug und seine Frau Ottilie.

 

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Manfred Krug im Gespräch mit Knut Elstermann.

 

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Manfred Krug mit Uschi Brüning.

 

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Am Freitag, den 10. April, war die Eröffnung der Ausstellung VERGESSEN – Fotografien von Joachim Liebe. Mit seinen drei Bilderserien über den Abzug der ehemaligen Sowjetarmee, die heute noch zu findenden Spuren der Kasernen und Truppenübungsplätze und die Gräber der hier verstorbenen Angehörigen der Armee, beendet Joachim Liebe sein fotografisches Langzeitprojekt. Die Ausstellung findet im Kunstraum des Waschhauses, in der Potsdamer Schiffbauergasse, statt. Am Samstag, den 18. April, bin ich von 12 bis 18 Uhr als Aufsicht in der Ausstellung im Kunstraum tätig. Der Künstler selbst wird zwar nicht anwesend sein. Aber wer möchte, kann sich die Fotografien ansehen und auch mit mir an dem Samstagnachmittag über die Bilder sprechen.

 

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Musikalische Begleitung während der Ausstellungseröffnung mit den Musikerinnen von Muzet Royal.

 

 

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19.00 Uhr: Nachrichten im Radio. Beim Kochen, so mit halbem Ohr, hörte ich Wachtmeister Hübner zu, der allerlei Wichtiges für den Berlin-Brandenburger Raum zum Thema Wetter und Verkehr zu erzählen hatte. Und dann kam die Meldung über eine Umleitung zwischen Schmerzke und Paterdamm. Zwei Orte, irgendwo, im nun schon dunklen Brandenburg, dachte ich noch. Aber dann fiel es mir ein, dass ich vor gar nicht langer Zeit in einem Gasthaus, in der Nähe von Lehnin, einen Ziegelstein fotografiert habe. Er war gestempelt und der Name der Ziegelei gefiel mir so gut: Paterdamm. Was für ein schöner Ortsname. Ich hatte noch nie davon gehört, weder von der gleichnamigen Ziegelei noch von dem Dorf. Deshalb musste ich den Stein unbedingt knipsen. Und unerwartet, an einem Dienstagabend, drängte sich Paterdamm noch einmal in meine Gedanken. Ja, die vielen, vielen Ziegeleien, entlang der Havel und rund um Berlin, die die Gründerzeit im Kaiserreich erst möglich machten, bleiben durch ihre eingebrannten Namen gegenwärtig. Der Ton ist schon lange abgegebaut, Hügel und Senken sind übrig geblieben. Die Natur hat sich alles zurückgeholt. Die berühmteste ehemalige Abbaustelle wird heute Glindower Alpen genannt. Und überall hier in der Gegend sind die vermauerten Ziegel zu sehen, wie der aus Paterdamm.

 

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Langsam nimmt dieses Jahr der Erinnerung zu „25 Jahre Wende“ Fahrt auf. Ohne ostalgisch zu werden, muss ich sagen, dass ich es auch inzwischen genießen kann, dieses Zurückschauen. Veranstaltungen und Ausstellungen, die auf das (kulturelle) Leben vor der Maueröffnung und der Wende Bezug nehmen, gab es in den letzten zwei Wochen wieder zwei. Einmal ein Flamenco-Abend, der als Hommage gedacht war, an ein Ereignis im März 1989. Nie vorher war so ein Flamenco-Festival in Potsdam zu erleben. Musiker, Tänzerinnen und Tänzer, die für diese andalusische Musik brannten, hatten mit viel Engagement das gewagte Projekt auf die Beine gestellt. Einige, der damaligen Protagonisten, hatten das Jubiläumsfest 25 Jahre später, wieder im Potsdamer Lindenpark organisiert. Nicht mehr so umfangreich zwar. Aber ein eindrücklicher Abend war es trotzdem, mit Gitarrenmusik und emotionalem Tanz.

Eine ganz andere Musik war gestern zu hören. Free Jazz! Wow! Nach den (etwas endlosen) Reden zu Beginn der gerade eröffneten Ausstellung „Free Jazz in der DDR“ kamen auf die Bühne: Eine aufgeräumte, frische Uschi Brüning und Ernst-Ludwig Petrowsky. Begleitet von Schlagzeuger Michael Griener, legten sie schrill los. Und dann folgte ein wunderbares, kurzweiliges (und gar nicht schrilles) Konzert. Free Jazz in der DDR war ein Form von Gedankenfreiheit. Für staatssicherheitliche Beobachtung ungeeignet. Wie sollten schrille Töne, auch melodiösere Jazz- und Bluesrhythmen, die ohne Texte auskamen, auch dechiffriert werden, untersucht werden auf eventuelle staatsfeindliche Aktivitäten. Sicherlich war für viele Jazzbegeisterte auch diese mögliche (innere) Freiheit, als eine musikalische Phantasiereise, das besondere Erlebnis, neben der außergewöhnlichen Musik. Begriffe wie „Woodstock am Karpfenteich“ für die Jazzwerkastatt in Peitz bemühe ich jetzt nicht. Dafür gibts ein Buch zum Nachlesen – oder man unternimmt eine musikalische Ohren- und Augenreise durch die Ausstellung.


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Details aus der Ausstellung

 

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Verbot der Jazzwerkstatt in Peitz im Mai 1982


Und einen dritten Erinnerungstipp erhielt ich in dieser Woche von einem guten Freund, bei dem es um eine außergewöhnliche Fotoreise in die Mongolei und nach China ging, in Zeiten, in denen es „normalen“ DDR-Bürgern eigentlich gar nicht möglich war, so etwas zu erleben.

 

 

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