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Geschichten über Bilder, die irgendwann irgendwo s o n s t entstanden sind.

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Christo ist am 31. Mai 2020 im Alter von 84 Jahren gestorben. Er war einer der bedeutendsten Künstler der letzten Jahrzehnte. Die Verhüllung des Berliner Reichstagsgebäudes, die er mit seiner Gefährtin Jeanne-Claude konzipierte und gegen alle Widerstände 1995 umsetzte, war ein Geschenk für die Deutschen. Es wurde zu einem Happening. Unzählige Menschen pilgerten im Sommer 1995 nach Berlin, auf die große Wiese vor den Reichstag, um das verhüllte Gebäude zu sehen – und waren fasziniert und teilweise überwältigt von der Wirkung und Schönheit dieses Kunstwerks. Wir haben heute in unseren Archiven gesucht und einige, wenige Bilder gefunden. Ich war einige Male zu der Zeit am Reichstag und konnte beobachten, wie die Fassadenkletterer die Bahnen um die Gebäudeteile herumzogen und befestigten. Andreas war vor der Kunstaktion eigentlich sehr skeptisch, war dann aber von der optischen Wirkung doch begeistert. Er hat sich viele schöne Blicke abends und von der Aussichtsplattform der Siegessäule gesucht, um das Kunstwerk zu fotografieren.

 

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Foto: Christina Hanck

 

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Foto: Andreas Bauer

 

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Foto: Andreas Bauer

 

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Rechts, hinter dem Brandenburger Tor, ist noch der Palast der Republik
zu erkennen, der später abgerissen wurde.
Foto: Andreas Bauer 

 

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 Foto: Andreas Bauer

 

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Foto: Andreas Bauer 

 

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Foto: Christina Hanck

 

 

 

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Vor knapp zehn Jahren, im März 2007, da sang Dagmar Manzel im Potsdamer Hans-Otto-Theater in der Schiffbauergasse. Es hatte sich schon herumgesprochen, dass die Manzel nicht nur gut spielen kann, auf der Bühne des Deutschen Theaters in Berlin oder in Filmen, sondern auch singt. Ja, singt! Uwe Eric Laufenberg, der damalige Intendant des Potsdamer Theaters, brachte die Operette „Die Fledermaus“ auf die Bühne. Ein bißchen schräg, sehr unterhaltsam und ein bißchen mit Gänsehaut, wenn Dagmar Manzel sang. Nun, im Februar 2017, wird Dagmar Manzel mit der „Paula“ geehrt, dem Filmpreis des Progress Filmverleih. Nicht nur für ihre Auftritte in der Komischen Oper Berlin, sondern natürlich für ihre bisherigen Leistungen als vielseitige Schauspielerin mit Wurzeln, die in die DEFA-Zeit der 1980er Jahre zurückreichen. Knut Elstermann, der berühmte Berliner Filmkritiker, hielt die Laudatio und auch Ralf Schenk, der Vorstand der DEFA-Stiftung, fand interessante Sätze zur DEFA und über Dagmar Manzel. Aber am berührendsten war Dagmar Manzel selbst, als sie sich bescheiden für den Preis bedankte und den Strauß Blumen weitergab an Jutta Hoffmann, ihr großes Vorbild. Die herzliche Umarmung der beiden Künstlerinnen berührte mich. Aber noch eine andere Bemerkungen ging nahe. Für ihre neue Rolle als fränkische Tatort-Kommissarin, bat sie darum, dass die Kommissarin mit Vornamen Paula heißt, in Erinnerung an Heiner Carow und seine „Legende von Paul und Paula“. Was für ein unvergesslicher Moment.

 

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An einem roh wirkenden Gebäude aus Beton in Berlin-Adlershof, entdeckte ich diese Treppe nach oben. Durch einen leichten Dreh beim Fotografieren entschwindet die Tür am Ende der Treppe und übrig bleibt der Weg nach OBEN. Das Bauwerk selbst ist der sogenannte Trudelturm, ein technisches Denkmal aus der Luftfahrtforschung, gebaut in den 1930er Jahren.

 

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Durch Berlin kann man sich treiben lassen. Egal wie das Wetter ist, irgendetwas Überraschendes wird einem schon begegnen, wenn man einfach so bei Nieselregen zu Fuß unterwegs ist. Mit V. und T. schlenderte ich am Askanischen Platz in Kreuzberg los. Vorbei am Martin-Gropius-Bau. Und schon kurz dahinter wurden wir eingeladen zur Trabi-Safari in Pink und im Leopardenlook. Der sich an den Trabiplatz anschließende Theaterfundus auf dem Hinterhof der Zimmerstraße hatte etwas Labyrinthisches. Große Spiegel in allen Ecken und barocke Sessel ließen nur schmale Laufgängen durch die Räume zu. Und wenige Meter weiter schlug die Geschichte zu: das Stasi-Museum des BStU-Bildungszentrums und das Mauer-Panorama von Yadegar Asisi, das wir uns ansahen. Und erschrecken darf man sich nicht über diese Art Inszenierung von Geschichte, denn an der nächsten Straßenecke, am ehemaligen Checkpoint Charlie, geht es nur noch um Souvenirs des Kalten Krieges und Devotionalien der Roten Armee. Den Touristen scheint es zu gefallen. Sie strömen ohne Unterlass zwischen Checkpoint und der Gedenkstätte Topografie des Terrors, begleitet vom babylonischen Sprachgemurmel. Es gibt überall ausreichend Open-Air-Informationstafeln. Aber natürlich nimmt man die Bilder und kurzen Texte nur als historische Aha-Effekte auf und kann sich in dem Geschiebe und Gedrängel nicht wirklich damit auseinandersetzen. Besinnung findet man dagegen in den unteren Ausstellungsräumen des VW-Ausstellungszentrums an der Ecke Friedrichstraße/Unter den Linden. (Wobei man natürlich dort erst einmal die oberen glitzernden Ausstellungsräume der Autos überwinden muss.) Die in der Ausstellung DRIVE EAST präsentierten Fotos von Volker Kreidler zeigen u. a. ehemalige Orte des Zweiten Weltkrieges im Osten Europas. Von den Schlachtfeldern ist nichts mehr zu erkennen und gerade deshalb beeindrucken die großformatigen stillen Bilder in dem Augenblick wenn man die ausführlichen Bildunterschriften liest. Interessant sind auch seine Architekturfotografien der Bauten der Moderne in der ehemaligen Sowjetunion.

 

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