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Geschichten über Bilder, die irgendwann irgendwo s o n s t entstanden sind.

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Vor einem Jahr entdeckten wir bei einem Frühlingsspaziergang die Parabolantennen des Observatoriums für Solare Radioastronomie in der Nähe von Potsdam, inmitten einen Wiesenlandschaft zwischen den beiden Dörfern Saarmund und Tremsdorf. Der unbefestigte Feldweg auf dem wir entlang liefen, hieß sogar „Zur Sternwarte“. Die Radioteleskope wurden zwar nicht mehr genutzt, aber sie kündeten von der langen Geschichte der Potsdamer Astrophysik. Das Observatorium in der Nähe von Tremsdorf wurde 1954 gebaut und diente als Außenstelle der Sonnenbeobachtung. Selbst bei niedrigen Sonnenaktivitäten zeichneten sich die Antennen durch eine sehr gute Beobachtungsleistung aus. Als wir nun vor einigen Tagen noch einmal dort in der Nähe waren, bemerkten wir verblüfft, dass sich die gesamte Beobachtungsstation in Luft aufgelöst hatte. Es gab keinerlei Hinweise darauf, was sich bis vor einigen Monaten an diesem Ort befand. Kein Schild! Nichts! – Schade. Vielleicht hätte dieses Observatorium eines Tages ein technisches Denkmal werden können. Aber nun ist es ein komplett verschwundener Ort. Erobert von Hasen und all den anderen Wiesenbewohnern. Interessanterweise scheint das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam immer noch von der Existenz seines Observatoriums auszugehen, denn es findet sich kein Hinweis über die Gründe des vollständigen Abrisses. Eine kleine Chronologie findet man auf der Website Rotten Places, einer Website rund um verfallene Bauwerke.

 

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Fotos: Christina Hanck (April 2014)

 

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Foto: Andreas Bauer (April 2015)

 

 

 

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