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Geschichten über Bilder, die irgendwann irgendwo s o n s t entstanden sind.

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Die erste Nacht auf den Färöer Inseln, in einem Hostel oberhalb von Torshavn, der Hauptstadt, verlief ganz gut. Natürlich ist alles sehr teuer. Trotz der 80 Euro für ein einfaches Doppelzimmer ohne Bad, mussten wir gegen Mitternacht noch die Bettwäsche organisieren, das Bett selbst beziehen und es gab kein Frühstück inklusive. Aber auch beim morgendlichen Bett abziehen und die Bettwäsche in der Wäscherei abliefern, verging die gute Laune nicht. Wir hatten gutes Wetter und konnten uns den ganzen Tag lang einen Teil der Inseln ansehen. Wir waren beeindruckt von der Schönheit der Landschaft, der Kargheit, den vielen fast verwilderten Schafen, den sehr kleinen Orten mit den farbig herausgeputzten Häusern, den Wasserfällen.

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Dazu kamen dann die Vögel, die wir beobachten konnten: Austernfischer, Stare, Möwen und besonders die Puffins, die Papageientaucher. So klein, farbenprächtig und neugierig hatte ich mir diese Vögel nicht vorgestellt. Auch wenn die Natur karg erscheint, fast baum- und strauchlos, so ist sie doch voller Leben.

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Die Dämmerung dauert ewig, so weit nördlich. Ein irres Gefühl. Auch die Vögel geben keine Ruhe. Wir haben für die zweite und dritte Nacht einen tollen Zeltplatz gefunden. Der kalte Wind pfeift schon mächtig über alles (unser Zelt und uns) hinweg.

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Das Autofahren war zwischendurch anstrengend. Es gibt auf den Inseln sehr enge Tunnel. Nach festen Regeln muss man in den einspurigen Tunneln ausweichen. Da sie sehr dunkel sind, ist es schwierig einzuschätzen, wie weit das entgegenkommende Fahrzeug noch entfernt ist und in welche Ausweichmöglichkeit man selbst noch hineinkommt. Zu vorsichtig darf man auch nicht sein, da man dann nur sehr langsam im Tunnel vorwärts kommt und die Fahrer der Autos hinter einem schnell ungeduldig werden. Die unterseeischen Verbindungstunnel zwischen den Inseln sind allerdings zweispurig und teilweise farbig beleuchtet.

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Das Wetter hat sich am zweiten Tag über sehr verändert. Von wolkenverhangen über nieselig bis hin zu einem sonnigen Abend war alles dabei. Oft hingen in den Gipfeln noch dicke Wolken, als würden die Berge Mützen tragen. Es sind eigentlich sehr schroffe und abweisende Berge, steil und felsig. Nur am Saum, da wo die Felswände in die Fjorde oder das Meer abfallen, führen Straßen entlang. Trotzdem sind an den steilen Hängen überall Schafe am Grasen.

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Wir waren auch in Saksun. Das ist ein Ort, der scheinbar am anderen Ende der Welt liegt, versteckt zwischen den Bergen an einem schmalen Fjord. Dahinter kommt nur der Atlantik. In Saksun gibt es eine kleine Ansammlung alter Bauernhäuser mit ein paar winzigen Scheunen, die in alter Bauweise, d.h. mit grasbedeckten Dächern von der alten bäuerlichen Tradition künden. Dort machten wir eine kleine Wanderung, bevor dann richtig der Regen einsetzte. Aber das gehört im Norden dazu – der Regen und die tief hängenden Wolken.


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Die Ankunft der Fähre in Tórshavn, der Hauptstadt der Färöer, ist für 22 Uhr geplant. Also gibt es einen langen Tag an Bord und auf See natürlich. Die Nacht verlief gut. Nach dem Aufwachen hatte ich das Gefühl, dass das Schiff schlingert. A. sagt dazu „Standschwierigkeiten“, weil man gefühlt etwas aus dem Gleichgewicht gerät beim Laufen. Aber der Kaffee lockte sehr und auch die zweite Tasse, die wir uns jeder holten, blieb im Gefäß. Die Teller waren auf der Anrichte befestigt, damit sie nicht ins Rutschen kommen. Wir sind ziemlich dicht an den Shetlandinseln vorbeigekommen. Sie sind größer als gedacht und deutlich bewohnt. Nach einem ausgiebigen und guten Frühstück war das Passieren der schottischen Inselgruppe schon ein Tageshöhepunkt, interessant mal wieder Land zu sehen. Möwen und Basstölpel begleiteten das Schiff. Sie sind wahre Flugkünstler, so wie sie sich gegen den starken Wind behaupten. Die letzte Insel, die wir sahen, war Foula.

 

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Von diesem Punkt sind es dann noch einmal 8-9 h zu den Färöer Inseln. Eine lange Zeit. Schön, dass man sich in einer eigenen Kabine ausruhen kann. Wir haben uns Gott sei Dank gegen die Frauen- und Männerschlafsäle entschieden. Der Wind laugte uns richtig aus. Aber auch die Reisetabletten machten sehr müde. Dann gab es doch noch eine größere Aufregung. Ich habe Wale gesehen. Erst nur die Fontänen, die ich nicht richtig deuten konnte, weil ich so überrascht war. Und dann wurde aus diesem Undefinierbaren ein Wal, der auf die Fähre zuschwamm und erst kurz vorher abdrehte. Es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich so etwas sah. Je mehr wir uns den Färöer Inseln näherten, desto weiter senkte sich die Sonne und verzauberte die Inseln mit dem Sonnenuntergangslicht. Es war eine schöne Stimmung. Der Wind war nicht mehr so stark bei der Einfahrt in den Fjord. Wir konnten in Ruhe fotografieren.

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Die erste Aufregung hat sich gelegt. Wir sind seit zwei Stunden auf der Fähre Norröna. Sie wird von dem Unternehmen Smyril Line betrieben und ist beheimatet auf den Färöer Inseln. Die Norröna ist die einzige Fähre, die ganzjährig den Fährbetrieb zwischen Dänemark und Island aufrecht erhält.

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Das Schiff hat den dänischen Hafen Hirtshals verlassen und fährt nun auf dem Atlantik vor der norwegischen Küste. Kaum hatten wir den Hafen verlassen wurde die See sehr rauh. Man wusste ganz genau, was es bedeutet, den sicheren Hafen zu verlassen, denn sofort war man den Winden ausgesetzt.

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Wir haben die zweite Reisetablette genommen, liegen in der Kabine, lassen den Fernseher etwas mitlaufen und lassen den Vormittag in Dänemark, mit festem Boden unter den Füßen, noch einmal Revue passieren. Die hügelige dänische Landschaft mit wechselhaftem Wetter war wunderschön. Wir hatten natürlich zu wenig Zeit, aber haben wenigstens drei Mal angehalten um zu fotografieren.

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Kurz nach 13.00 Uhr waren wir bereits in Hirtshals. Beim Bäcker tranken wir noch einen Kaffee, aßen eine kleine „Henkersmahlzeit“ und dann ging alles schneller als gedacht. Das Einchecken in Richtung Färöer Inseln und Island ging sehr flott, ohne große Erklärungen. Neben uns und hinter uns waren viele Familien von den Färöer Inseln, erkennbar an ihren fremden Nummernschildern. Sie waren wohl auf dem Heimweg aus den Ferien auf dem Festland. A. musste das Auto verlassen und über das Terminal auf die Fähre gelangen. Nur die Fahrer durften in den Fahrzeugen bleiben. Jedes Auto bekam seinen Platz in der mehrreihigen Warteschlange zugewiesen und man wartete immer auf das nächste Zeichen der Crew um die Fähre befahren zu können um dann so zu rangieren, dass man vorn, hinten, links und rechts nur noch die absolut notwendigen Zentimeter Platz lässt.

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Mit dem Handgepäck ging es an Deck. (Die Kabinen waren noch nicht fertig hergerichtet.) Sofort spürte man den Wind. Auf See hatte man das Gefühl, dass man sich dem Wind breitbeinig und gebeugt entgegenstemmen muss um überhaupt fotografieren zu können. Und trotzdem konnte man kaum den Fotoapparat still halten.

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Freitag, 4. August 2017

Nachdem wir gestern den ganzen Tag gepackt haben, die Wohnung aufgeräumt haben, ging es nun endlich heute morgen los. Von Hirtshals (im nördlichsten Teil Dänemarks) würde die Fähre am Samstagnachmittag zu den Färöer Inseln und Island abfahren. Das ist von Potsdam mehr als 700 km entfernt. Und so planten wir einen Zwischenstopp in Dänemark ein, in einer kleinen Pension Holm Molle inmitten einer hügeligen Landschaft und abgeschiedenen Gegend. Am Nachmittag, nach endloser Autobahnfahrt, waren wir endlich in einer Gegend in Dänemark, wo es ganz gemütlich zu ging. Wahrscheinlich gibt es sogar viele solcher kleinen Städtchen. Unsere Premiere in Sachen Dänemark war das Städtchen Haderslev. Wobei der Ort auch sehr lange zu Schleswig-Holstein gehörte und teilweise eine deutsche Vergangenheit hat. Der Wind blies sehr stark von See. In der Innenstadt gab es viele Geschäfte mit einem unglaublich schönen Designangebot. Wir entschieden uns, dass wir das alles nicht brauchen und machten uns auf den Weg weiter in Richtung Norden.

 

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Die Pension Holm Molle, ein größerer roter Backsteinbau erschien uns ein bißchen wie das Paradies. Ein großer Garten umgab das Anwesen und um den Garten gab es sehr viel Natur, ein Wechsel aus einem schnell fließenden Bach, kleinen Fischteichen und einer riesengroßen Feuchtwiese, durch die sich der Bach in seinem ganz natürlichen Lauf schlängeln konnte. Kleine Brücken, Stege und Inseln auf dem Rundweg erlaubten Ausblicke in diese urwüchsige Idylle. Das Grün war üppig und scheinbar menschenleer. Es regnete zwar. Aber das verstärkte nur den Eindruck eines Urwaldes. Nach der langen Fahrt machten wir einen langen Spaziergang und fotografierten schon sehr viel.

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Sonnabend, 5. August 2017

Wir haben gut geschlafen. Die Geister der grönländischen Inuit wohnten in unserem Zimmer und ließen mich traumlos und tief schlafen. Direkt neben meinem Bett stand eine etwa 10 cm große Figur aus Stein. Ein dick vermummelter Inuit vor zwei erlegten Robben. Die Kleinplastik war stark vereinfacht, aber trotz aller Abstraktion war alles genau zu erkennen. Unser Zimmer war mit kleinen Kunstwerken geschmückt. Figuren und Bücher, die sich mit Grönland beschäftigten, zeigten einen ganz besonderen Geschmack der Hausherren, einem älteren Ehepaar.

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