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Geschichten über Bilder, die irgendwann irgendwo s o n s t entstanden sind.

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Das war nur ein Moment, nur ein Hauch von Glück, nur ein Augenblick, dass ich in Deine Augen sah, so nah. – Mit diesen Worten wurde Manfred Krug angekündigt, von einem der Redner, die anlässlich der Filmpreisverleihung der Paula den famosen Sänger, Schauspieler und auch Schriftsteller ehren wollten. „Stimmt nicht“ – rief Manfred Krug dazwischen und brachte damit den Redeschwung aus dem geplanten Rhythmus. „Es heißt nicht Hauch von Glück, sondern Augenblick.“ – „Nein, nein. Es heißt Hauch von Glück, Herr Krug. Ich hab das Lied doch gestern noch gehört. Jetzt ist mein ganzer Übergang weg.“ Als ich heute dieses Lied nachhörte, stellte ich fest, dass sie beide Recht hatten. Der Hauch und der Augenblick überlagern sich, die Sätze wurden so gemischt, dass es sich anhört, als würden zwei Personen singen. Aber egal. Es gab so viel zu sehen und zu hören an diesem Vormittag im Ludwig-Erhard-Haus der IHK Berlin, von Manfred Krug, mit Manfred Krug, über Manfred Krug, dass ich zum Schluss ganz gerührt war von allem. Das Schönste war aber natürlich, als Manfred Krug sich für all die ehrenden Worte bedankte, in dem er mit Uschi Brüning auf die kleine Bühne ging, die Band dort bereits bereit war, und mit der tollen Jazzsängerin zwei Lieder sang, die er vorher noch als Abschiedslieder bezeichnet hat. „Mach´s gut, ich muß gehn (Baby, It's Cold Outside)“ und „Ade“. Hoffentlich wird das mit dem Abschied noch eine ganze Weile hinausgeschoben. Das mit dem Abschied von der Bühne und überhaupt...

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Manfred Krug und seine Frau Ottilie.

 

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Manfred Krug im Gespräch mit Knut Elstermann.

 

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Manfred Krug mit Uschi Brüning.

 

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Vor einigen Wochen erhielt ich eine Anfrage einer luxemburgischen Studentin, die in Bern studiert. Sie schreibt eine Abschlussarbeit zum Thema: Bilder in der Erinnerungskultur (Bilder als Speicher, Bilder als Erinnerung). Ganz speziell ging es ihr dabei um den Mauerfall im November 1989. Nun wurde ich also Zeitzeugin und ließ mich befragen zu meinen persönlichen Erinnerungen. Vor diesem Termin suchte ich noch in meinen alten Tagbüchern nach Verwertbarem. Schließlich wollte ich meinen Rückblick noch einmal erden. (Irgendwann verwischen persönliche Erinnerungen mit den Bildern, die man aus den Medien gewohnt ist und man ist sich nicht sicher ob man das zu Erzählende auch wirklich erlebt hat.) Völlig überraschend war für mich zu sehen, dass ich im August 1989 (letztmalig vor den historischen Ereignissen) in mein Tagebuch geschrieben habe und erst wieder am 1. Januar 1990 darauf zurückkam. Im September und Oktober ´89 war ich viel auf Reisen und gleichzeitig überschlugen sich dann die Ereignisse. Da war die Maueröffnung zwar das wichtigste Ereignis, aber die Demos gegen das politische System und die Staatssicherheit nahmen einen weiteren großen Raum im Alltag ein. Anscheinend gab es keinen Grund für mich, das akribisch im Tagebuch zu notieren.

Während des Interviews legte mir die Studentin einige Bilder „rund um die Mauer“ vor und ich wählte spontan die Bilder aus, die meinem Erinnerungsbild entsprachen. Nach wie vor erscheinen als Stimmungsbilder des Vergangenen graue und dunkle Novemberbilder in meiner Erinnerung. Wobei das nicht meine damalige Einstellung war oder heute rückblickend meine Stimmungslage war, sondern wirklich nur meine innere Visualisierung der kurzen Herbsttage und langen -nächte. Das einstündige Interview verging unheimlich schnell und auch jetzt drängen sich immer noch einige Erinnerungen auf. Aber ich muss auch sagen, dass es keine einheitliche Erzählkette mehr wird, oder noch nicht ist. Wer weiß, was irgendwann einmal das Langzeitgedächtnis dazu zu sagen hat!

 

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