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Geschichten über Bilder, die irgendwann irgendwo s o n s t entstanden sind.

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Jetzt Wasser, drauf Elsenbüsche schwanken, Lücher, Brücher, Horste, Lanken, nun kommt die Sonne, nun kommt der Mai, mit der Wasser-Herrschaft ist es vorbei. Wo Sumpf und Lache jüngst gebrodelt, ist alles in Teppich umgemodelt, ein Riesenteppich, blumengeziert, viele Meilen im Geviert. Tausendschönchen, gelbe Ranunkel, Zittergräser, hell und dunkel, und mitteninne (wie das lacht!) des rothen Ampfers leuchtende Pracht. (Theodor Fontane, Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Teil III, Havelland)

Die Havelufer werden renaturiert. Seit vielen Jahren schon laufen diese Maßnahmen. Schotter und Steine werden vom Uferbereich entfernt. Flussnahe Wiesenflächen dienen im Winter und Frühjahr als Überschwemmungsfläche. Zwischen Parey und Havelberg wird die Havel bei ausreichend Wasser zu einem riesengroßen See. Kopfweiden spiegeln sich darin. Das Westhavelland ist zu dieser Zeit ein Paradies für Zugvögel und die Heimkehrer aus dem Süden. Kraniche, Störche, Gänse, Kiebitze, Lerchen und viele andere Vögel finden auf den Wiesen ausreichend Futter, um die Brut zu füttern. Wenn es in Teilen von Brandenburg schon wieder zu trocken ist, wie auch in diesem Jahr im Mai, erblühen die feuchten Havelwiesen zu großer Schönheit. Und all das hat Thedor Fontane vor über hundert Jahren schon wunderbar beschrieben, als er durch das Ländchen Rhinow wanderte!

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Blick von oben auf einen Nebenarm der Havel, die teilweise noch überschwemmten Wiesen und den Gülper See. (Foto: Andreas Bauer)

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Was für ein Start in den Frühling! Das erste Aprilwochenende war geprägt von schon fast sommerlichen Temperaturen. Wir wollten hinaus. Eine Radtour-Empfehlung eines netten Kollegen von Andreas ausprobieren: Gutspark Kladow am westlichsten Rand von Berlin. Ein kleiner Park mit einem Gutshaus, oberhalb der Havel gelegen, sollte das Ziel sein. Der Weg dorthin führte fast immer an Seen oder der Havel entlang. Der Wannsee ließ sich gut mit der Fährverbindung der BVG überqueren, so dass man bequem wieder nach Babelsberg zurück gelangte. Eine gemütliche und schöne Strecke mit überwiegend gut ausgebauten Wegen. Was für eine schöne Ecke, dieses preußische Arkadien, in der wir leben.

 

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1973

Am Sonnabend, während der Veranstaltung „Potsdam – Stadt für eine Nacht“, entstand nach einer Idee und unter Anleitung des Schriftgestalters Friedrich Althausen eine, von Potsdamern gezeichnete, originelle Schrift. Da jeder nur einen Buchstaben oder Zeichen malen sollte, ist es ein echtes Gemeinschaftswerk. Die Zeichnungen wurden eingescannt, die Buchstaben digitalisiert und zu einer Schrift, nämlich der Potsdamschrift, von Friedrich Althausen zusammengefügt. Größen und Buchstabenabstände mussten noch aufeinander abgestimmt werden und nun steht die Schrift zum Download bereit. Ich habe das Cent-Zeichen mit direktem Potsdam-Bezug getuscht und deshalb habe ich die Schrift auf das Foto gesetzt, das ich im letzten Jahr bei „Stadt für eine Nacht“ geknipst habe und den wunderbaren Blick über die Havel zum Babelsberger Park zeigt. Noch ist es Sommer und vielleicht gibt es ja noch eine kleine Einladung zu gestalten, ganz leicht und lustig – mit der Potsdamschrift.

 

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2003

Der Städter und die Städterin brauchen Ortsveränderung. Das lange Wochenende nach dem 1. Mai ist wie geschaffen dafür. Die Seen südlich von Neustrelitz sollen mit einem kleinen Hausboot (Grundfläche 2,50 x 2,00 m) „erobert“ werden. Für drei Tage werden Vorräte, Isomatten und Schlafsäcke gebunkert. Die Wettervorhersage verspricht Kälte, da ist ja dann nicht einmal ein Kühlschrank notwendig, dafür sind warme Klamotten notwendig. Die Einweisung des jungen Mannes in die Bedienung des Bootsmotors war eher oberflächlich. (Was ist eigentlich ein Choke? Stimmt, der Trabant hatte so etwas, damals, vor einem Vierteljahrhundert!)

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Auf den Seen war es windig und A. konnte das etwas unförmige Boot kaum auf Kurs halten. In den Verbindungskanälen war es dafür wildromantisch und ruhiger. Erster Höhepunkt war auch gleich die erste Schleuse. Angst bekamen wir kurz vor einer Brückendurchfahrt, als uns ein ziemlich großes, bungalowartiges Boot nur wenige Meter davor entgegenkam. 8-10 junge, betrunken grölende Männer feierten eine Party an Deck und der Bootsführer rammte erst einmal einen Brückenpfeiler. In diesem Stil schienen sie auch auf uns zuzusteuern. Gott sei Dank beherrschte A. schon sehr zügig den Rückwärtsgang und so konnten wir uns in Sicherheit bringen.

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Der erste abendliche Anlegeplatz war windgeschützt und wild romantisch. Nach belegten Broten, Rotwein und dem Trompeten einiger Kraniche, kam das Abendrot! Und all die Haubentaucher, Gänse und Blessrallen, die im angrenzenden Schilf schwammen, schnatterten uns in den Schlaf.

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Nach einer sternenklaren (und also sehr kalten) Nacht, wärmte uns ein sonniger, klarer Morgen. Ein Morgen wie ein Vorgriff auf einen folgenden Sommertag. Beim ersten Pott Kaffee und Vogelgezwitscher, studierten wir die Karte der weitläufigen mecklenburgischen Gewässer. Die verschlungenen Wege der Havel und die sich abwechselnden Seen schienen gar kein Ende zu nehmen auf unserer Fahrt. Der Himmel erstrahlte und mit ihm das Maiengrün. Schöne Orte, die wir vom Wasser aus sahen, waren eine überdachte Holzbrücke oder die Häuser von Priepert, einem kleinen Dorf, das sich am Ufer des gleichnamigen Sees erstreckte. Ein kleiner Kanal zweigte vom See ab und einige, direkt am See stehende Bootsschuppen sorgten für einen idyllisch-friedlichen Anblick.

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Der zweite abendliche Ankerplatz lag in einer bewaldeten Bucht der Havel. Die letzten Menschen, die wir am Abend sahen, waren gegen halb acht Uhr abends zwei Männer in einem Kanu. Danach war bis zum nächsten Morgen keine Menschenseele unterwegs. So viel Einsamkeit hätte ich nicht erwartet...

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