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Geschichten über Bilder, die irgendwann irgendwo s o n s t entstanden sind.

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Mit der Schweiz verbindet man landläufig Schokolade und Berge und Banken. Aber es gibt auch das besondere Thema Schrift, das ich mit der Schweiz verbinde. Manchmal, bei einem besonders klar gestalteten Printprodukt murmelt man sich unter Gestaltern zu, dass das eben Schweizer Typografie sei. Und damit ist nicht nur die Verwendung der Schrift Helvetica gemeint ;-) Einer der größten Schriftentwerfer ist Adrian Frutiger. Seine von ihm geschaffene Schrift Frutiger verwende ich sehr oft für Texte, die besonders gut lesbar sein müssen. Verwirrt hat mich daher letztens in der Schweiz die Baustellenbeschilderung des dort ansässigen Bauunternehmens Frutiger, die so gar nicht mit der mir vertrauten Schrift Frutiger zusammenpasst! Irritation der ganz persönlichen Sehgewohnheiten. Ansonsten gab es noch ein paar spezielle Highlights zum Dokumentieren, wie die plastischen Buchstaben im 1970er Jahre Look oder die aufgeschweißten Buchstaben, die plötzlich ganz neue Akzente erhalten.

 

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Einige Wochen ist das neue Jahr schon alt. Aber bei dem grauen trüben Wetter da draußen fällt das Erinnern an die letzten Tage des Jahres 2016 nicht schwer. Aufwachen in einem anderen Land, mit Sonne über den Bergen, so begann jeder Tag, den wir Ende Dezember in Spanien verbrachten. Wir waren über den Jahreswechsel in der autonomen Provinz Aragon und wollten den Silvesterabend am Mittelmeer verbringen, in Tarragona. Schon das zweite Mal reisten wir den Zugvögeln und speziell den Kranichen nach in die südlichen Gefilde. Ein schönes Erlebnis ist es, die Kraniche an ihrem Überwinterungsort zu besuchen und das bei viel Sonnenschein in einsamer Bergwelt. Kleine Bergdörfer liegen malerisch im Gebirge. Das Grün ist zwar weg, verbrannt im langen Sommer. Aber die Erde, das Gestein und der Boden sind farbig und leuchten intensiv. Die immergrünen Oliven und Steineichen sind winterlos. Und an der flachen Lagune de Gallocanta, inmitten der farbigen Bergwelt haben die Kraniche aus Deutschland und Skandinavien ihr Winterquartier bezogen. Allein an diesem flachen See in Aragon waren es nach der offiziellen Zählung am 30.12.2016 ca. 21.500 Kraniche. Wir hatten die Muße, sie zu beobachten, an ihren Fress- und Schlafplätzen. Mich begeisterte außerdem die Landschaft.

 

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Der Titel des wohl größten Ölgemäldes der Welt scheint etwas sperrig zu sein. In einigen Geschichtsbüchern wird diese Begrifflichkeit in Anführungszeichen gesetzt und nur als historische Lesart der Geschichtsauffassung der marxistischen Theorie in der DDR verstanden. Oft wird der Begriff gleichgesetzt mit der Reformation. Wenn man sich nach Bad Frankenhausen begibt, auf den dortigen Schlachtberg fährt, immer der Ausschilderung des Panorama-Museums folgend, gelangt man schließlich auf den Parkplatz schon in Sichtweite eines monumentalen Bauwerks. Auch wieder muss ein Begriff erwähnt werden, den ich dieses Mal in Anführungszeichen setze. „Elefantenklo“ sagt der (ost)deutsche Volksmund zur äußeren Hülle des Museums, das als ein Denkmal an den Bauernaufstand und seine Niederlage im Mai 1525 erinnern soll. Im Foyer angekommen, fühlen wir uns eher an den Charme eines Interhotels der 1980er Jahre erinnert. Jedoch werden alle Widersprüche und Zweifel vergessen sein, wenn man das Innere erreicht hat. Es ist ruhig, trotz der Besucher. In der Mitte des Raumes ist es dunkel. Nur das Panorambild ist angeleuchtet und auf mehr als 100 Metern Länge öffnet sich der Rundblick auf die Zeit um 1500. Auf Tausende gemalter Figuren, die versuchen ihr Leben am Ausgang des Mittelalters zu meistern, schauen wir. Der Maler des Bildes ist Prof. Werner Tübke. Mehr als 12 Jahre benötigte er für die Umsetzung der Bildidee vom Studium der historischen Quellen, über das Malen des 1:10 Entwurfes, der Übertragung auf die Leinwand im runden Saal und des anschließenden farbigen Umsetzens. Bei dieser Übertragung hatte er zwar Helfer. Trotzdem hat er in einer Sisyphusarbeit mehr als die Hälfte des monumentalen Bildes allein gemalt. Die Eröffnung des Museums im September 1989 hat der Auftraggeber, die Staatsführung der DDR, noch erlebt. Den Rang eines einzigartigen Museums, auch gegen viele Vorurteile ankämpfend, musste sich das Museum nach der Wende im geeinten Deutschland erst erkämpfen. Es gab auch Pläne es abzureißen oder eine Großdisko dort einzurichten. Hervorhebenswert ist die persönliche Führung, die entlang der gemalten Jahreszeiten  wichtige Ereignisse aus der Geschichte und der Bibel erläutert. Ein moderater Eintrittspreis, umfangreiche Wechselausstellungen und ein gutes Museumscafé mit schöner Aussicht laden auch noch zu einem weiteren Besuch ein.

 

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 Foto: Andreas Bauer

 

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Foto: Andreas Bauer

 

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Foto: Christina Hanck

 

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Foto: Christina Hanck

 

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Viele Jahre habe ich gebraucht, um endlich einmal nach Kroatien fahren zu wollen. Die Vergangenheit des Bürgerkrieges zwischen Kroatien, Bosnien und Serbien, das damit verbundene Grauen und die Verbrechen an der Bevölkerung, machten es schwer, unbefangen nach Kroatien zu reisen. Natürlich ist der Bürgerkrieg über 20 Jahre her. Aber ich erinnere mich noch sehr deutlich an das Gefühl der Ohnmacht, das man bei den Bildern und Berichten während der Nachrichten (und darüber hinaus) hatte. Mitten in Europa passierten diese schrecklichen Verbrechen! In meinen Augen war der Krieg durch nichts legitimiert. Auch nicht durch die politische Entwicklung nach dem Auseinanderbrechen des jugoslawischen Staates und seiner föderativen Teilrepubliken. Doch in diesem Jahr stand der Plan fest: ein paar Tage durch Kroatien zu reisen. Die Eckpunkte sollten Split, Dubrovnik, die Kornati Inseln und der Nationalpark Plitvicer Seen sein.

Die Schönheit dieser Teile des Landes, die wir dann im April bereisten, war überwältigend. Besonders beeindruckend jedoch war der Tag, den wir trotz Regen im Nationalpark Plitvicer Seen verbrachten. Wenn es Bilder für ein Paradies auf Erden geben sollte, dann würde man diese dort finden. Entlang der Seen und Wasserfälle schlängeln sich die schmalen Holzplanken und Stege. Unablässig rauscht und plätschert das Wasser. Die ganze Farbpalette scheint sich im Spektrum zwischen Türkis und Grün zu bewegen. Andere Farben kommen nicht vor. Dafür sind die Formen und Strukturen der Bäume und Blätter umso vielfältiger. Ach was, das Ganze ist ein Beispiel für die Vollkommenheit der Natur. Selbst wenn mit uns einige unverdrossene Touristen durch diese Landschaft laufen, so fühlen wir uns doch sehr für uns und mit der Natur verbunden. Der Regen stört uns nicht, aber wir müssen auf unsere Kameras aufpassen. Ohne zu fotografieren würde es dann doch nicht gehen.

1949 wurde der Nationalpark im hügeligen Karstgebiet Mittelkroatiens gegründet. 1979 wurden die Plitvicer Seen dann als eines der ersten Naturdenkmäler in das UNESCO-Weltnaturerbe aufgenommen. Im Laufe der Zeit verändern sich die Seen und Wasserfälle, da sich Mineralien und Pflanzen auf den im Wasser liegenden Kalksteinen ablagern. Aus diesem Kalktuff bildet sich dann langsam Travertin. So entstehen für das Wasser erste Hindernisse und Barrieren und es sucht sich einen anderen Weg durch die Karstlandschaft. Das Türkis des Wassers wird durch das Kalkgestein am Grund der Seen hervorgerufen.

 

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