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Geschichten über Bilder, die irgendwann irgendwo s o n s t entstanden sind.

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Das war nur ein Moment, nur ein Hauch von Glück, nur ein Augenblick, dass ich in Deine Augen sah, so nah. – Mit diesen Worten wurde Manfred Krug angekündigt, von einem der Redner, die anlässlich der Filmpreisverleihung der Paula den famosen Sänger, Schauspieler und auch Schriftsteller ehren wollten. „Stimmt nicht“ – rief Manfred Krug dazwischen und brachte damit den Redeschwung aus dem geplanten Rhythmus. „Es heißt nicht Hauch von Glück, sondern Augenblick.“ – „Nein, nein. Es heißt Hauch von Glück, Herr Krug. Ich hab das Lied doch gestern noch gehört. Jetzt ist mein ganzer Übergang weg.“ Als ich heute dieses Lied nachhörte, stellte ich fest, dass sie beide Recht hatten. Der Hauch und der Augenblick überlagern sich, die Sätze wurden so gemischt, dass es sich anhört, als würden zwei Personen singen. Aber egal. Es gab so viel zu sehen und zu hören an diesem Vormittag im Ludwig-Erhard-Haus der IHK Berlin, von Manfred Krug, mit Manfred Krug, über Manfred Krug, dass ich zum Schluss ganz gerührt war von allem. Das Schönste war aber natürlich, als Manfred Krug sich für all die ehrenden Worte bedankte, in dem er mit Uschi Brüning auf die kleine Bühne ging, die Band dort bereits bereit war, und mit der tollen Jazzsängerin zwei Lieder sang, die er vorher noch als Abschiedslieder bezeichnet hat. „Mach´s gut, ich muß gehn (Baby, It's Cold Outside)“ und „Ade“. Hoffentlich wird das mit dem Abschied noch eine ganze Weile hinausgeschoben. Das mit dem Abschied von der Bühne und überhaupt...

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Manfred Krug und seine Frau Ottilie.

 

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Manfred Krug im Gespräch mit Knut Elstermann.

 

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Manfred Krug mit Uschi Brüning.

 

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Nun ist die Berlinale wieder vorbei. Wie immer habe ich es nicht geschafft, mir einen Wettbewerbsfilm anzusehen und nur ein bißchen Mediengewitter im Fernsehen mitbekommen und Knut Elstermann mit seinen Filmberichten im Radio gehört. Aber am Rande der Berlinale gab es die Preisverleihung des Filmpreises PAULA des Progress-Filmverleihs und ich wurde dankenswerterweise von einer Freundin mitgenommen und hatte so die Möglichkeit, ein wenig Berlinale am Rande mitzuerleben. Und so gibt es hier an dieser Stelle eine kleine Nachlese. Den Preis der PAULA (eine von Strawalde entworfene Bronzeskulptur) nahm Rolf Hoppe entgegen und Jan Josef Liefers hielt die Laudatio. Und da Jan Josef Liefers in seiner Jugend ein wichtiges und regelrecht einschneidendes Erlebnis mit Rolf Hoppe in Dresden hatte, war seine Rede sehr persönlich und wirkte noch lange nach.

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Die Dreharbeiten sind abgeschlossen. Hollywood ist weg. Die Aufräumarbeiten am Filmset sind in vollem Gange – und das Wachpersonal ist wieder etwas entspannter und fragt freundlich, als wir uns den Absperrungen nähern, ob man helfen kann. Betreten darf man die Glienicker Brücke zwar noch nicht. Jedoch kann man fotografieren. Dutzende von Menschen sind damit beschäftigt aufzuräumen. Der Kunstschnee klebt am Boden und es scheint mühselig, den Asphalt davon zu befreien. Der Motor eines historischen Armeefahrzeugs wird angelassen und wird selbst zur Nebelmaschine mit seinem ‪Zweitaktmotor‬. Ein Souvenir fällt uns noch in die Hände: die Absperrplanung für das Filmset.

 

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Ich gebe es zu, ich bin berührt und verfolge so gut es geht die aktuellen Ereignisse an der Glienicker Brücke. War es am 10. November noch die Festlichkeit zum 25. Jahrestag der Wiedereröffnung der Glienicker Brücke, so war es an diesem Wochenende die völlige Absperrung der Brücke. Zwar sind es eher symbolhafte Ereignisse, trotzdem zeigen sie auf ziemlich deutliche Weise die unvorstellbare Geschichte des Kalten Krieges. Natürlich kann man heute die Geschehnisse fast nur medial verfolgen. Und trotzdem ist die Nähe der Glienicke Brücke für uns Potsdamer eben sehr real. Ich weiß noch, wie ich in den späten 1980er Jahren nach einem fröhlichen Kneipenabend voll Übermut mit meiner Freundin B. zur damals hermetisch abgeriegelten Brücke geradelt bin, so weit wie man uns ließ, um einen Blick in die andere Welt zu erhaschen. Und kaum zwei Jahre später, Anfang Juni 1989, stand ich dann auf der Seite der anderen Welt, als Abschluss einer genehmigten „Westreise“ und heulte Rotz und Wasser beim Anblick meiner doch so nahen Heimatstadt Potsdam. Die Glienicker Brücke blieb, auch von der Westseite aus, unpassierbar für mich. Dass die Mauer fallen würde und ich sofort mit meiner Freundin B. über die Glienicker Brücke gehen würde, um entlang der Havel bis zur Pfaueninsel und zurück zu marschieren, erschien mir damals unvorstellbar. Jetzt, in diesem Jahr, finden zahlreiche Veranstaltungen statt, die sich mit den Geschehnissen vor 25 Jahren beschäftigen: Fotoausstellungen, Diskussionsrunden, Buchvorstellungen usw. Und ich erinnere mich dadurch an so vieles. An diesem Wochenende strahlt über Potsdam ein kaltes bläuliches Licht, auch noch nachts um ein Uhr. Die Dreharbeiten zu Steven Spielbergs Film über den berühmtesten Agentenaustausch zu Zeiten des Kalten Krieges, der im Februar 1962 stattfand, fanden am Originalschauplatz statt. Und genau aus diesem Grund war die Grenze an der Glienicker Brücke wieder „geschlossen“! Das „Filmset“ wurde stark ausgeleuchtet. Riesige Masten mit Scheinwerfern erleuchteten nicht nur die „schneebedeckte“ Brücke, sondern ließen auch den Babelsberger Park im gespenstischen Licht aufleuchten. Dazu waberte Nebel übers Wasser der Havel. Die Absperrungen waren für A. und mich unüberwindbar, aber ein paar Bilder konnten wir doch (bei eisiger Kälte) knipsen. Auch wenn ich mit dem Film nichts zu tun habe, freue ich mich doch wie verrückt, dass die Mitarbeiter des Studio Babelsberg so großen Anteil an den aktuellen Filmarbeiten haben und es in ihrer Verantwortung lag, die Brücke wieder in ein Grenzgebiet zu verwandeln. Doch die Sperrung der Brücke ist zeitlich begrenzt und die Panzersperren sind aus aus Styropor und nächste Woche wird man wieder „wie immer“ die Glienicker Brücke überqueren können und vielleicht noch einen Moment über die Geschichte des Kalten Krieges nachdenken. Und wenn man tiefer eintauchen will, dann empfehle ich das beeindruckende Buch von John le Carré, „Der Spion, der aus der Kälte kam“.

 

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Blick von der Schwanenallee auf die dramatisch beleuchtete Glienicker Brücke mit DDR-Emblem.

 

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Blick von der Berliner Straße auf die gesperrte Potsdamer Seite des Filmsets an der Glienicker Brücke.

 

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Man sieht die ausgeleuchtete Szenerie, sogar mit einem Wachturm auf der rechten Seite. Und es ist wie vor 1989: Man sieht eigentlich nicht was wirklich vor sich geht auf der Glienicker Brücke.

 

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Beeindruckend, mit welcher Kraft die Scheinwerfer das entfernte Ufer des Babelsberger Parkes ausleuchteten. Kilometerweit war dieses Licht zu sehen.

(Alle Fotos: Andreas Bauer)

 

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