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Geschichten über Bilder, die irgendwann irgendwo s o n s t entstanden sind.

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Jetzt Wasser, drauf Elsenbüsche schwanken, Lücher, Brücher, Horste, Lanken, nun kommt die Sonne, nun kommt der Mai, mit der Wasser-Herrschaft ist es vorbei. Wo Sumpf und Lache jüngst gebrodelt, ist alles in Teppich umgemodelt, ein Riesenteppich, blumengeziert, viele Meilen im Geviert. Tausendschönchen, gelbe Ranunkel, Zittergräser, hell und dunkel, und mitteninne (wie das lacht!) des rothen Ampfers leuchtende Pracht. (Theodor Fontane, Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Teil III, Havelland)

Die Havelufer werden renaturiert. Seit vielen Jahren schon laufen diese Maßnahmen. Schotter und Steine werden vom Uferbereich entfernt. Flussnahe Wiesenflächen dienen im Winter und Frühjahr als Überschwemmungsfläche. Zwischen Parey und Havelberg wird die Havel bei ausreichend Wasser zu einem riesengroßen See. Kopfweiden spiegeln sich darin. Das Westhavelland ist zu dieser Zeit ein Paradies für Zugvögel und die Heimkehrer aus dem Süden. Kraniche, Störche, Gänse, Kiebitze, Lerchen und viele andere Vögel finden auf den Wiesen ausreichend Futter, um die Brut zu füttern. Wenn es in Teilen von Brandenburg schon wieder zu trocken ist, wie auch in diesem Jahr im Mai, erblühen die feuchten Havelwiesen zu großer Schönheit. Und all das hat Thedor Fontane vor über hundert Jahren schon wunderbar beschrieben, als er durch das Ländchen Rhinow wanderte!

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Blick von oben auf einen Nebenarm der Havel, die teilweise noch überschwemmten Wiesen und den Gülper See. (Foto: Andreas Bauer)

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Eigentlich braucht man es nicht mehr zu erwähnen. Der Frühling war zu heiß und der Sommer war zu heiß und zu trocken. Bevor die Hitze so richtig einsetzte, beschlossen wir im März unseren Urlaub im Sommer in Südfrankreich und Nordspanien zu verbringen. Carcassonne und Bilbao sollten zwei Orte sein, die wir entdecken wollten. Und auch eine Wanderung durch die Picos de Europa, ein malerisches, spanisches Hochgebirge, wollten wir machen. Die Pensionen und Zeltplätze waren geplant und gebucht und die Reiseroute festgelegt, so dass es auch viel zu fotografieren geben würde. Aber dann kam die Hitze und A. hatte einen schweren, unverschuldeten Fahrradunfall und wir beschlossen, noch einmal nach Skandinavien zu fahren. Temperaturen unter 20 Grad, bedeckter Himmel und auch mal Regen, grüne Wiesen, schneebedeckte Berge und Gletscher, das lockte uns nach Norwegen. Neben der Natur hatte ich nur den großen Wunsch, das Roald-Amundsen-Museum in Oslo zu besuchen.

In Norwegen dann, war das Wetter so wechselhaft, und auch so regnerisch, dass wir das eine oder andere Mal das Zelt gegen eine kleine Hütte tauschen mussten. Wir fanden das nicht schlimm. In Oslo besuchten wir drei der vier großen Entdecker- und Schifffahrtsmuseen. Dort konnte man die Originalschiffe von Fridtjof Nansen, Roald Amundsen und Thor Heyerdahl besichtigen. Die Gjøa und die Fram durfte man genauestens erkunden. Das Kon-Tiki-Floß konnte man natürlich nicht betreten. Der Tag in diesen Museen war ein großartiger Tag. Als Jugendliche habe ich viele Bücher über die Entdeckungen der Welt gelesen. Zum damaligen Zeitpunkt hätte ich mir nicht vorstellen können, dass ich eines Tages einmal an Bord der Fram stehen würde oder in die Lagerräume des Schiffes hinuntersteigen könnte und die Kajüten der Polarforscher sehen würde.

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Landschaft unterhalb der Gletscher des Briksdalen. (Foto: Christina Hanck)

 

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Der Gletscher Briksdalsbreen ist ein Seitenarm des Jostedalsbreen und befindet sich im nördlichen Teil des Briksdalen. (Foto: Christina Hanck)

 

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Rentiere im Jotunheimen Nationalpark. (Foto: Andreas Bauer)

 

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Diorama im Frammuseum Oslo: Überwinterung der Mannschaft rund um den Polarentdecker Roald Amundsen in der Antarktis. Die Vorräte werden von der Fram gebracht. Der Wettlauf zum Südpol beginnt. (Foto: Andreas Bauer)

 

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Blick auf die Gjøa im Frammuseum. Die Gjøa war das Schiff, mit dem Roald Amundsen 1906 die Nordwestpassage bewältigte. (Foto: Christina Hanck)

 

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Der Laderaum der Fram mit den Vorräten für die Bezwingung des Südpols. (Foto: Christina Hanck)

 

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Amundsen hielt viele Vorträge und hatte Kontakte zu Sponsoren, um seine Reisen finanzieren zu können. (Foto: Christina Hanck)

 

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Das berühmte Floß Kon-Tiki, mit dem Thor Heyerdahl und seine Mannschaft 1947 den Pazifik überquerten. (Foto: Christina Hanck)

 

Mit diesen Bildern im Kopf fuhren wir weiter an den Fjorden entlang in Richtung des Atlantiks. Dort kreuzten allerdings nur riesengroße Kreuzfahrtschiffe unseren Blick. Diese Reisenden beneideten wir nicht, während wir die Einsamkeit auf der kleinen Insel Runde genossen.

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Blick in der Geirangerfjord. Eines der beliebtesten Ziele für die Kreuzfahrtschiffe. Tausende von Passagieren strömen gleichzeitig in den kleinen Ort Geiranger, der normalerweise knapp 250 Einwohner hat. (Foto: Andreas Bauer)

 

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Auf der kleinen Insel Runde, nördlich von Bergen, an der Atlantikküste. (Foto: Andreas Bauer)

 

 

 

 

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Die erste Nacht auf den Färöer Inseln, in einem Hostel oberhalb von Torshavn, der Hauptstadt, verlief ganz gut. Natürlich ist alles sehr teuer. Trotz der 80 Euro für ein einfaches Doppelzimmer ohne Bad, mussten wir gegen Mitternacht noch die Bettwäsche organisieren, das Bett selbst beziehen und es gab kein Frühstück inklusive. Aber auch beim morgendlichen Bett abziehen und die Bettwäsche in der Wäscherei abliefern, verging die gute Laune nicht. Wir hatten gutes Wetter und konnten uns den ganzen Tag lang einen Teil der Inseln ansehen. Wir waren beeindruckt von der Schönheit der Landschaft, der Kargheit, den vielen fast verwilderten Schafen, den sehr kleinen Orten mit den farbig herausgeputzten Häusern, den Wasserfällen.

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Dazu kamen dann die Vögel, die wir beobachten konnten: Austernfischer, Stare, Möwen und besonders die Puffins, die Papageientaucher. So klein, farbenprächtig und neugierig hatte ich mir diese Vögel nicht vorgestellt. Auch wenn die Natur karg erscheint, fast baum- und strauchlos, so ist sie doch voller Leben.

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Die Dämmerung dauert ewig, so weit nördlich. Ein irres Gefühl. Auch die Vögel geben keine Ruhe. Wir haben für die zweite und dritte Nacht einen tollen Zeltplatz gefunden. Der kalte Wind pfeift schon mächtig über alles (unser Zelt und uns) hinweg.

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Das Autofahren war zwischendurch anstrengend. Es gibt auf den Inseln sehr enge Tunnel. Nach festen Regeln muss man in den einspurigen Tunneln ausweichen. Da sie sehr dunkel sind, ist es schwierig einzuschätzen, wie weit das entgegenkommende Fahrzeug noch entfernt ist und in welche Ausweichmöglichkeit man selbst noch hineinkommt. Zu vorsichtig darf man auch nicht sein, da man dann nur sehr langsam im Tunnel vorwärts kommt und die Fahrer der Autos hinter einem schnell ungeduldig werden. Die unterseeischen Verbindungstunnel zwischen den Inseln sind allerdings zweispurig und teilweise farbig beleuchtet.

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Das Wetter hat sich am zweiten Tag über sehr verändert. Von wolkenverhangen über nieselig bis hin zu einem sonnigen Abend war alles dabei. Oft hingen in den Gipfeln noch dicke Wolken, als würden die Berge Mützen tragen. Es sind eigentlich sehr schroffe und abweisende Berge, steil und felsig. Nur am Saum, da wo die Felswände in die Fjorde oder das Meer abfallen, führen Straßen entlang. Trotzdem sind an den steilen Hängen überall Schafe am Grasen.

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Wir waren auch in Saksun. Das ist ein Ort, der scheinbar am anderen Ende der Welt liegt, versteckt zwischen den Bergen an einem schmalen Fjord. Dahinter kommt nur der Atlantik. In Saksun gibt es eine kleine Ansammlung alter Bauernhäuser mit ein paar winzigen Scheunen, die in alter Bauweise, d.h. mit grasbedeckten Dächern von der alten bäuerlichen Tradition künden. Dort machten wir eine kleine Wanderung, bevor dann richtig der Regen einsetzte. Aber das gehört im Norden dazu – der Regen und die tief hängenden Wolken.


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Freitag, 4. August 2017

Nachdem wir gestern den ganzen Tag gepackt haben, die Wohnung aufgeräumt haben, ging es nun endlich heute morgen los. Von Hirtshals (im nördlichsten Teil Dänemarks) würde die Fähre am Samstagnachmittag zu den Färöer Inseln und Island abfahren. Das ist von Potsdam mehr als 700 km entfernt. Und so planten wir einen Zwischenstopp in Dänemark ein, in einer kleinen Pension Holm Molle inmitten einer hügeligen Landschaft und abgeschiedenen Gegend. Am Nachmittag, nach endloser Autobahnfahrt, waren wir endlich in einer Gegend in Dänemark, wo es ganz gemütlich zu ging. Wahrscheinlich gibt es sogar viele solcher kleinen Städtchen. Unsere Premiere in Sachen Dänemark war das Städtchen Haderslev. Wobei der Ort auch sehr lange zu Schleswig-Holstein gehörte und teilweise eine deutsche Vergangenheit hat. Der Wind blies sehr stark von See. In der Innenstadt gab es viele Geschäfte mit einem unglaublich schönen Designangebot. Wir entschieden uns, dass wir das alles nicht brauchen und machten uns auf den Weg weiter in Richtung Norden.

 

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Die Pension Holm Molle, ein größerer roter Backsteinbau erschien uns ein bißchen wie das Paradies. Ein großer Garten umgab das Anwesen und um den Garten gab es sehr viel Natur, ein Wechsel aus einem schnell fließenden Bach, kleinen Fischteichen und einer riesengroßen Feuchtwiese, durch die sich der Bach in seinem ganz natürlichen Lauf schlängeln konnte. Kleine Brücken, Stege und Inseln auf dem Rundweg erlaubten Ausblicke in diese urwüchsige Idylle. Das Grün war üppig und scheinbar menschenleer. Es regnete zwar. Aber das verstärkte nur den Eindruck eines Urwaldes. Nach der langen Fahrt machten wir einen langen Spaziergang und fotografierten schon sehr viel.

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Sonnabend, 5. August 2017

Wir haben gut geschlafen. Die Geister der grönländischen Inuit wohnten in unserem Zimmer und ließen mich traumlos und tief schlafen. Direkt neben meinem Bett stand eine etwa 10 cm große Figur aus Stein. Ein dick vermummelter Inuit vor zwei erlegten Robben. Die Kleinplastik war stark vereinfacht, aber trotz aller Abstraktion war alles genau zu erkennen. Unser Zimmer war mit kleinen Kunstwerken geschmückt. Figuren und Bücher, die sich mit Grönland beschäftigten, zeigten einen ganz besonderen Geschmack der Hausherren, einem älteren Ehepaar.

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