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Geschichten über Bilder, die irgendwann irgendwo s o n s t entstanden sind.

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1971

Der östlichste schmale Landstrich der Ostsee-Halbinsel Fischland-Darß-Zingst liegt schon im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Erreichbar sind die Sundischen Wiesen und auch der Pramort nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad von Zingst aus. Die flache Ostsee- und Boddenlandschaft breitet sich vor dem Pramorter Aussichtsturm aus. Wir waren froh, dass uns der Wind wohl gesonnen war und uns ganz in Ruhe ließ. So konnten wir die Landschaft genießen. Unser Ziel war es, am Pramort zu erleben, wie die Kraniche in der Dämmerung ihre Schlafplätze im flachen Boddengewässer aufsuchen. Es war unglaublich beruhigend, nur den Vögeln zu lauschen: schnatternden Gänsen, singenden Schwänen und trompetenden Kranichen. Als wir in der Dämmerung wieder zurück radelten, machten sich schon die Wildtiere bemerkbar und kreuzten unseren Weg: ein Fuchs, zwei Feldhasen, viele Rehe – aber Gott sei Dank kein Wildschwein.

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Die Natur erholt sich durch den Nationalparkschutz. Kaum vorstellbar, dass diese Landschaft der NVA mal als Schießübungsplatz diente.

 

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Mit beginnendem Sonnenuntergang beginnen die Kraniche ihre Schlafplätze anzufliegen.

 

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Vom Beobachtungsturm aus sahen wir eine Gruppe Hirschkühe, die sich in der offenen Schilf-Landschaft sehr wohl fühlen.

 

 

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Wie gelangt man im Zeitalter des Massentourismus an so einen Ort? Durch einen Wechsel von Muskel- und Maschinenkraft. Zu sehen ist das Felsentor, das den Eingang zur Eisriesenhöhle im Tennengebirge bildet. Von diesem Punkt aus kann man bis zu den vereisten Berggipfeln der Hohen Tauern schauen.

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Mit dem Auto gehts 5 km lang über eine schmale, stark ansteigende (bis zu 21 % Steigung) Straße nach oben zum Parkplatz. An der Kasse wird das Ticket gelöst. Dann wird der nächste, ansteigende Abschnitt zu Fuß genommen. Zwischendurch gibts zur „Abkühlung“ einen Marsch durch einen Tunnel. Nach einigen Kurven ist die Seilbahn erreicht. (Oder man überwindet die nächsten 500 Höhenmeter zu Fuß.) Oben schlängelt sich der Wanderweg weiter bergan. Motivierend sind die fantastischen Ausblicke und die Vorfreude auf die ganz besondere Höhle, in deren Innerem sich wahre Eiswälle und Eiswände über Jahrtausende gebildet haben. Die Temperaturunterschiede zwischen Tal, Aufstieg, Höhle und Abstieg waren an diesem heißen Sommertag, an dem wir die Höhle besichtigten, enorm. Ich war froh, dass nicht alles nur von meiner Muskelkraft abhing, zumal in der Höhle selbst auch einige Höhenmeter auf rutschigen Treppen zu bewältigen waren.

 

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Alternative: Dieser Tunnel verkürzte den Weg nach oben. Der „normale“ Wanderweg schlängelte sich serpentinenartig außen am Berg empor. (Foto: Andreas Bauer)

 

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Die letzten Meter bis zum Höhleneingang sind die schwersten. Der Eingang liegt bei ca. 1641 Meter über dem Meeresspiegel.

 

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Impression aus der Eishöhle: Der Führer beleuchtete Teile des Eises mit Magnesiumlicht und einer kleinen Handkarbidlampe. Jeder vierte Besucher, so auch ich, half ebenfalls mit einer dieser Karbidlampen, den Weg durch die eisige Dunkelheit auszuleuchten. Den Geruch von Karbid und Magnesium hatte ich danach noch Stunden in der Nase. (Foto: Andreas Bauer)

 

 

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Am Sonnabend, während der Veranstaltung „Potsdam – Stadt für eine Nacht“, entstand nach einer Idee und unter Anleitung des Schriftgestalters Friedrich Althausen eine, von Potsdamern gezeichnete, originelle Schrift. Da jeder nur einen Buchstaben oder Zeichen malen sollte, ist es ein echtes Gemeinschaftswerk. Die Zeichnungen wurden eingescannt, die Buchstaben digitalisiert und zu einer Schrift, nämlich der Potsdamschrift, von Friedrich Althausen zusammengefügt. Größen und Buchstabenabstände mussten noch aufeinander abgestimmt werden und nun steht die Schrift zum Download bereit. Ich habe das Cent-Zeichen mit direktem Potsdam-Bezug getuscht und deshalb habe ich die Schrift auf das Foto gesetzt, das ich im letzten Jahr bei „Stadt für eine Nacht“ geknipst habe und den wunderbaren Blick über die Havel zum Babelsberger Park zeigt. Noch ist es Sommer und vielleicht gibt es ja noch eine kleine Einladung zu gestalten, ganz leicht und lustig – mit der Potsdamschrift.

 

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Der Städter und die Städterin brauchen Ortsveränderung. Das lange Wochenende nach dem 1. Mai ist wie geschaffen dafür. Die Seen südlich von Neustrelitz sollen mit einem kleinen Hausboot (Grundfläche 2,50 x 2,00 m) „erobert“ werden. Für drei Tage werden Vorräte, Isomatten und Schlafsäcke gebunkert. Die Wettervorhersage verspricht Kälte, da ist ja dann nicht einmal ein Kühlschrank notwendig, dafür sind warme Klamotten notwendig. Die Einweisung des jungen Mannes in die Bedienung des Bootsmotors war eher oberflächlich. (Was ist eigentlich ein Choke? Stimmt, der Trabant hatte so etwas, damals, vor einem Vierteljahrhundert!)

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Auf den Seen war es windig und A. konnte das etwas unförmige Boot kaum auf Kurs halten. In den Verbindungskanälen war es dafür wildromantisch und ruhiger. Erster Höhepunkt war auch gleich die erste Schleuse. Angst bekamen wir kurz vor einer Brückendurchfahrt, als uns ein ziemlich großes, bungalowartiges Boot nur wenige Meter davor entgegenkam. 8-10 junge, betrunken grölende Männer feierten eine Party an Deck und der Bootsführer rammte erst einmal einen Brückenpfeiler. In diesem Stil schienen sie auch auf uns zuzusteuern. Gott sei Dank beherrschte A. schon sehr zügig den Rückwärtsgang und so konnten wir uns in Sicherheit bringen.

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Der erste abendliche Anlegeplatz war windgeschützt und wild romantisch. Nach belegten Broten, Rotwein und dem Trompeten einiger Kraniche, kam das Abendrot! Und all die Haubentaucher, Gänse und Blessrallen, die im angrenzenden Schilf schwammen, schnatterten uns in den Schlaf.

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Nach einer sternenklaren (und also sehr kalten) Nacht, wärmte uns ein sonniger, klarer Morgen. Ein Morgen wie ein Vorgriff auf einen folgenden Sommertag. Beim ersten Pott Kaffee und Vogelgezwitscher, studierten wir die Karte der weitläufigen mecklenburgischen Gewässer. Die verschlungenen Wege der Havel und die sich abwechselnden Seen schienen gar kein Ende zu nehmen auf unserer Fahrt. Der Himmel erstrahlte und mit ihm das Maiengrün. Schöne Orte, die wir vom Wasser aus sahen, waren eine überdachte Holzbrücke oder die Häuser von Priepert, einem kleinen Dorf, das sich am Ufer des gleichnamigen Sees erstreckte. Ein kleiner Kanal zweigte vom See ab und einige, direkt am See stehende Bootsschuppen sorgten für einen idyllisch-friedlichen Anblick.

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Der zweite abendliche Ankerplatz lag in einer bewaldeten Bucht der Havel. Die letzten Menschen, die wir am Abend sahen, waren gegen halb acht Uhr abends zwei Männer in einem Kanu. Danach war bis zum nächsten Morgen keine Menschenseele unterwegs. So viel Einsamkeit hätte ich nicht erwartet...

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