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Geschichten über Bilder, die irgendwann irgendwo s o n s t entstanden sind.

Urban

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Das Leben in Neubaugebieten, speziell in den sogenannten Plattenbaugebieten aus DDR-Zeiten, ist mit vielen Vorurteilen behaftet. Und so war die Vorstellung sehr ambivalent, ein Kunstfestival gerade in diesem ehemaligen DDR-Neubaugebiet Drewitz anzusehen. Das Kunstfestival Localize nutzte bisher alljährlich eher leerstehende Gebäude oder brach liegende Flächen im Stadtzentrum von Potsdam. Aber nun ging es an diesem sommerlichen Wochenende nach Drewitz, ehemals ein kleines Dörfchen, auf dessen umliegenden Feldern in den 1980er Jahren die Platten hochgezogen wurden. Das sommerliche Wetter und die Ankündigungen der Künstler lockten mich nun nach Drewitz. Es war nicht nur die reine künstlerische Neugierde, die mich nach Drewitz trieb, sondern auch die Erinnerung an die Vergangenheit. Denn ich kenne das Leben sowohl in meinem ehemaligen (Heimat)-Dorf als auch in diesem Wohngebiet. Einige Jahre habe ich mit meinen Kindern in Drewitz gelebt. Ich selbst habe zwar irgendwann die Tage gezählt bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich aus diesem Wohngebiet wieder verschwinden durfte. Aber das Leben in dem Neubaugebiet hatte auch Vorteile: großzügige Spielplätze, grüner und vielfältiger als man denkt, Kitas, eine tolle Schule mit engagierten Lehrerinnen, kurze Einkaufswege und viele andere Kinder. Aber zurück zur Kunst. Bevor es richtig los ging, gab es erst einmal einen erfrischenden Cidre. Sehr ungewöhnlich in dieser Umgebung, aber schön. Einige der Drewitzer Einwohner nutzten die Gunst der Stunde ebenfalls und genossen die lockere Atmosphäre. Andere blieben allerdings in ihrer Wohngebietsgaststätte. Nach einigen Eröffnungsreden konnten wir Besucher uns dann endlich die vielen verschiedenen Ausstellungen, Installationen und Filme ansehen. Die Wohnungsgesellschaft ProPotsdam hatte einige leere Wohnungen zur Verfügung gestellt, die von den Künstlern auf vielfältige Art und Weise genutzt werden konnten. Für mich war es nicht nur die Kunst, die faszinierte, sondern auch die Wohnräume an sich, mit all den (selbst erlebten) Unzulänglichkeiten.

 

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Andreas radelt fast täglich, kurz hinter dem Campus am Neuen Palais der Universität Potsdam, an einer langen Betonmauer vorbei. Diese wird schon seit vielen Jahren von Sprayern, Graffiti- und Street Art-Künstlern genutzt. Die Ergebnisse sind mal mehr oder weniger interessant. Aber vor einigen Tagen gab es ein beeindruckendes Kunstwerk zu sehen. Dieses war etwas Besonderes, da es eine komplette Straßenszene darstellt. Es erinnerte Andreas an die Straßen von Valparaiso in Chile. Schade, dass man so wenig über solche Graffiti-Kunstwerke und die Macher erfährt. Bei so einem durchgestalteten Bild fängt man ja nicht einfach links an und hört rechts auf. Dazu gehört sicherlich eine längere Entwurfsphase. Bald wird dieses temporäre kunstvolle Bild von anderen Street Art-Künstlern übersprüht sein, aber Andreas hat es hier als komplettes Panoramabild für die Nachwelt festgehalten.

 

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Hier ist das komplette Graffiti zu sehen.

 

 

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Der Sommer in Potsdam ist in diesem Jahr abwechslungsreich. Nicht nur das Wetter wechselt innerhalb von Minuten und hat eher beim April abgeschaut, sondern auch die Kultur ist vielfältig. Auch wenn es keine laue Sommernacht war, diese herrliche Veranstaltung: „Potsdam –  Stadt für eine Nacht“ auf dem gesamten Gelände der Schiffbauergasse, so war sie doch ein Hingucker. Das Lichterspiel an der Havel sorgte für die romantische Stimmung. Und es waren mit zunehmender Dunkelheit auch immer mehr junge Menschen unterwegs zwischen Waschhaus, den Theatern und den idyllischen Sitzplätzen am Wasser, die die beginnende Nacht genossen, egal ob bei kühlen Temperaturen und leichtem Nieselregen.

 

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Blick auf die Bootsvermietung, die Humboldtbrücke und den Turm der Seniorenresidenz.

 

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Blick auf das Hans-Otto-Theater.

 

 

 

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Neulich bin ich auf eine tolle Website gestoßen: Eine Datenbank mit allen Kunstwerken Potsdams, die sich im öffentlichen Raum befinden. Die Website ist gleichzeitig eine umfangreiche Dokumentation des aktuellen Zustands eines jeden einzelnen Denkmals. Akribisch wird aufgelistet, welche Schäden am Kunstwerk ausgebessert wurden oder wann es gereinigt wurde. Die sogenannte Denkmalwartung hat die Firma Roland Schulze Baudenkmalpflege übernommen. All das passiert anscheinend ganz unauffällig, aber zur Freude aller Menschen, die sich an den Skulpturen und der Erhaltung der Kunstwerke erfreuen. Wenn man über die Potsdamer Freundschaftsinsel spaziert, begegnen einem viele dieser Plastiken, wie dieser Gärtnerjunge, der gerade eine Pause macht. Möge er noch lange in die Sonne schauen.

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